Strategische Partnerschaft
Kinowelt fragt offenbar auch bei Kirch wegen Investition an

Die am Neuen Markt notierte Kinowelt Medien AG hat einem Zeitungsbericht zufolge ihre Suche nach neuen Teilhabern und Investoren stark ausgeweitet, bisher dabei aber keinen Erfolg gehabt.

Reuters FRANKFURT. Die in München ansässige Filmhandelsgesellschaft habe auch der Kirch-Gruppe, EM.TV, dem Heinrich-Bauer-Verlag, der Tele-München-Gruppe von Herbert Kloiber und weiteren Medienunternehmen Beteiligungen angeboten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" vorab ohne Quellenangabe aus ihrer Mittwochsausgabe. Die angesprochenen Unternehmen hätten aber bislang sehr reserviert reagiert, heißt es in dem Bericht weiter.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Zeitung berichtet, dass der angeschlagene Filmhändler aktiv neue Investoren suche. Unter anderem sei der RTL Group eine Beteiligung angeboten worden. Die vom Bertelsmann-Konzern beherrschte europäische Sendergruppe habe sich bislang aber reserviert gezeigt. Ein Kinowelt-Sprecher hatte bereits am vergangenen Freitag gesagt, das Unternehmen sei derzeit mit verschiedenen möglichen strategischen Partnern im Gespräch. Erste Ergebnisse der Verhandlungen seien in drei bis vier Wochen zu erwarten. Um welche Firmen es sich handele, wollte der Sprecher nicht sagen.

Kinowelt beklagt "Käuferstreik"

Die Kinowelt beklagt seit Monaten einen "Käuferstreik" der deutschen Privatsender aus der Kirch-Gruppe (ProSieben, Sat.1, Kabel 1) und dem Einflussbereich von RTL (RTL, RTL 2, Super RTL, Vox). Das Unternehmen habe große Probleme, ein für 500 Mill. DM eingekauftes Filmpaket von Warner Brothers an deutsche Fernsehsender zu verkaufen, hieß es. Nur das ZDF hatte zuletzt 40 Warner-Spielfilme abgenommen. Im Juni hatte Kinowelt angekündigt, mit Banken über eine Umschuldung der kurzfristigen Verbindlichkeiten zu verhandeln. Aktionärsvertretern zufolge muss Kinowelt noch in diesem Jahr 600 Mill. DM an Schulden zurückzahlen.

Nach einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 30,3 Mill. DM im ersten Quartal hatte Kinowelt seine Erwartungen für dieses Jahr heruntergeschraubt. Statt eines Anstiegs des Ebit auf 110 (2000: 49) Mill. DM wird nun ein Rückgang erwartet.

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