Straub lobt Spitzenvereine
DFL weist Rummenigge-Kritik zurück

Wilfried Straub hat Karl-Heinz Rummenigges Kritik an der Auslands-Vermarktung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zurückgewiesen und gleichzeitig Reformen der Dachorganisation in Aussicht gestellt. "Ich weiß nicht, ob Karl-Heinz Rummenigge überhaupt informiert ist, was schon alles im Ausland verwertet wird. Da sind wir gar nicht so schlecht aufgestellt", sagte der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung in einem dpa-Interview.

HB/dpa MÜNCHEN/FRANKFURT. Die Liga sieht außerdem noch keine Notwendigkeit, in diese Richtung besonders tätig zu werden. Schließlich seien diese Rechte im Paket des Rechteinhabers Buli Infront. "Wir gehen davon aus, dass die, die die Rechnung bezahlen müssen, an einer hochgradigen Refinanzierung interessiert sind und keinen Markt liegen lassen", meinte Straub.

Bayern Münchens Vorstandschef Rummenigge hatte zuletzt mehrfach die Auslands-Vermarktung der DFL kritisiert. "Wir wollen, dass jedes Bayern-Spiel überall auf der Welt zu sehen ist, bis auf die Fidschi-Inseln. Im Ausland findet die Bundesliga nicht statt", so Rummenigge. Wenn die DFL das nicht gewährleisten könne, "nehmen wir unsere Auslandsrechte aus der Zentralvermarktung raus und machen es selbst".

Die im Dezember 2000 gegründete DFL startet nach der Sommerpause in ihre dritte vollständige Saison. In den vergangenen Jahren hatte die Organisation Turbulenzen wie die Kirch-Krise im Frühjahr 2002 oder den zum Teil heftigen Streit mit dem FC Bayern München um dessen Geheimvertrag mit der Kirch-Gruppe in der vergangenen Spielzeit zu überstehen. "Dadurch sind Energien und Ressourcen gebunden worden, was unsere Ziele zurückgeworfen hat", sagte Straub, der in der kommenden Saison die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der DFL stellen möchte. "Wenn wir in das vierte Jahr gehen und bestimmte Reformen abgeschlossen haben, dann müsste die Liga so stehen, dass sie in eine gute Zukunft gehen kann."

Bereits im Mai hatte Straub in München mögliche Reformen angesprochen und damit vor allem auf die Struktur des Aufsichtsrats und des Vorstandes abgezielt. Zur Zeit ist der Ligaverband, in dem die 36 Profi-Clubs aus der 1. und 2. Bundesliga vertreten sind, einziger Gesellschafter der DFL GmbH. Aus diesem Kreis wird der zwölf Personen starke Vorstand gebildet, der zugleich Aufsichtsrat der DFL ist. Nicht nur die Deckungsgleichheit der beiden Gremien steht auf dem Prüfstand, auch an eine Reduzierung der Zahl der Vorstandsmitglieder ist gedacht. "Auf was man sich dann verständigt, das ist eine offene Frage", sagte der DFL-Funktionär. Vor Frühjahr nächsten Jahres könne es dazu keine verbindliche Aussage geben.

Auf dem Fußballplatz erwartet Straub in der kommenden Saison "ein interessantes Rennen" zwischen Bayern München, Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart. Hinter den Kulissen rechnet er mit einem Sparkurs der Profi-Clubs. "Wir erwarten, dass die wirtschaftliche Konsolidierung weiter voran getrieben wird", sagte der Geschäftsführer. "Wir sind froh, von unseren Spitzenvereinen Anzeichen zu haben, dass sie den Wahnsinn, den andere Ligen betreiben, nicht gewillt sind mitzumachen." Wirtschaftlich vernünftiges Handeln sei vor allem nach der Kirch-Krise sowie der Veränderungen auf dem TV- und Werbemarkt notwendig.

Neben der angedachten Strukturreform stehen für die DFL in den nächsten Wochen und Monaten einige "Hochkaräter" (Straub) auf der Aufgabenliste. So erwartet der Geschäftsführer bald eine Entscheidung der EU-Kommission über die Zentralvermarktung. Ferner beobachtet die DFL weiter intensiv den Fernseh-Markt. "Wir müssen sehen, ob die Buli Infront am 31. Dezember die Option für die zwei folgenden Jahre ausübt", sagte Straub.

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