Straub sieht Überreaktion der Bayern: DFL-Chef Hackmann räumt Fehler ein

Straub sieht Überreaktion der Bayern
DFL-Chef Hackmann räumt Fehler ein

Nach dem Zerwürfnis mit dem FC Bayern München ist eine mögliche Entschuldigung für die Verantwortlichen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) offenbar kein Thema. "Nein, dafür sehe ich überhaupt keine Veranlassung", sagte der DFL-Vorsitzende Werner Hackmann im Bayerischen Fernsehen.

HB/dpa MÜNCHEN/FRANKFURT. Die Vertreter des FC Bayern hatten aus Verärgerung über die DFL-Presseerklärung nach dem Vergleich in der Kirch-Affäre den Kontakt zum Ligaverband abgebrochen und auch ihre Teilnahme an der Vollversammlung in Frankfurt abgesagt.

Hackmann räumte im Zusammenhang mit der DFL-Presseerklärung jedoch erstmals Fehler ein. "Ich habe die Erklärung am Freitagabend nur schnell gelesen und damit auch einen Fehler gemacht. Man hätte sich zumindest den Satz mit der moralischen Verwerflichkeit schlicht schenken können", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe).

Wilfried Straub, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, hält den von den Münchnern angekündigten Bruch und dessen Umsetzung durch den Rückzug aus den Verbandsgremien für übertrieben. "Ich habe Verständnis dafür, dass die Bayern über diese Presseerklärung nicht glücklich sind. Aber ich habe kein Verständnis über die Art und den Umfang der Reaktion", sagte Straub dem Deutschen Sportfernsehen (DSF) am Montagabend. Er bedaure die Nichtteilnahme des FC Bayern an der DFL-Mitgliederversammlung. "Das ist der Ligaverband, der dort tagt. Dort hätte man die Dinge, die schief gelaufen sein mögen, bereden können."

Der Anwalt des Rekordmeisters, Christoph Schickhardt, verteidigte unterdessen die Münchner Haltung. "Im Moment ist für die Bayern die Geschäftsgrundlage der Zusammenarbeit entfallen. Wenn ich jemand sage, er ist unmoralisch, verwerflich, unfair, dann kann ich nicht erwarten, dass er morgen mit mir zusammenarbeitet", sagte der Jurist dem DSF. Ob eine DFL-Entschuldigung ein Einlenken bewirken könnte, vermochte er nicht zu sagen: "Das kann nur Uli Hoeneß entscheiden, der persönlich beleidigt worden ist mit solchen Begriffen." Der Bayern-Manager hatte bisher zu der Angelegenheit geschwiegen.

Der Anwalt betonte, das die Bayern von der Wortwahl in der DFL-Presseerklärung überrascht worden waren: "Uns hat es am Samstagmorgen fast vom Frühstückstisch gehauen." Straub hingegen erklärte das Vorgehen der DFL-Geschäftsführung mit Absprachen. "Wir haben uns darauf verständigt, dass jeder frei ist in seiner Presseerklärung, die er abgeben wird." Dies sei Bestandteil der Vereinbarung gewesen. "Wir haben uns nicht abgesprochen, weil jeder Wert darauf gelegt hat, dass er seinen Standpunkt verdeutlichen kann."

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