Streaming soll mit Fernsehen gleichziehen
Microsoft stellt neue Media-Software vor

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat eine neue Version seiner Windows Media Software für das Abspielen von Musik und Videos auf den Markt gebracht.

Reuters LOS ANGELES. Die am Mittwoch vorgestellte Windows Media Version 9 (Codename: Corona) wartet nach Angaben des weltweit größten Softwareproduzenten mit einigen bislang von keinem anderen Hersteller angebotenen Funktionen auf. Videos könnten mit der neuen Streaming-Technologie zum Beispiel in hoher Auflösung auf die Bildschirme geschickt werden, die Datei sei dabei aber halb so groß wie die von DVDs. Damit will Microsoft die Nutzer davon überzeugen, das Videostreaming auf dem PC mit dem Fernsehen gleichziehen kann. Durch "Streaming" können Audio- und Video-Dateien bereits während der Übertragung (z.B. im Internet) angehört bzw. angeschaut werden.

Ziel des Konzerns ist es aber auch, die Unterhaltungs-Industrie für sich zu gewinnen. Dies unterstrich der für die Präsentation gewählte Ort: Microsoft setzte die neue Software im Herzen von Los Angeles in Szene, in einem Gebäudekomplex, zu dem auch das Kodak Theatre, der Ort der jährlichen Oscar-Verleihung, gehört. Auch Microsoftgründer Bill Gates war zu der Feier gekommen. Ihm zufolge hat der Konzern seit der vorherigen Version von Windows Media 500 Millionen Dollar (rund 501 Millionen Euro) in Forschung und Entwicklung im Bereich der digitalen Medien ausgegeben. "Die Grundlage, die man hier hat, ist erst der Anfang", sagte Gates.

Die neue Software kann über die Microsoft-Website heruntergeladen werden. Über das Programm haben die Nutzer auch Zugang zu einer Reihe von Abonnenten-Angeboten im Netz. Dazu gehören der Online-Musikdienst Pressplay und der Anbieter von Videos auf Bestellung, Intertainer. Um zu demonstrieren, dass auch die Urheberrechte beim Online-Vertrieb geschützt werden können, hatte Microsoft zu seiner Präsentation Rapper LL Cool J eingeladen. Er nutzte Pressplay, um seine eigenen Songs in einem geschützten Format herunterzuladen und auf einen digitalen Musikspieler zu kopieren. "Wir haben die Möglichkeit, nicht nur die Fans zufrieden zu stellen, sondern auch die Künstler zu kompensieren", sagte der Musiker.

Bei den Gebühren für die Online-Dienste ist Microsoft nach eigenen Angaben nicht beteiligt. Der Konzern werde auch von den Online-Servicefirmen keine Geld dafür verlangen, dass sie ihre Angebote über die Microsoft-Software zugänglich machen können. Anders will der Software-Gigant bei seinem geplanten Online-Spielservice verfahren. Mit Xbox Live wird Microsoft die Gebühren für die unabhängigen Anbieter erheben. Der Konzern wolle so verschiedene Möglichkeiten testen, sagte ein Microsoft-Vertreter.

Der schärfste Konkurrent von Microsoft bei der Streaming-Software, Real Networks, sieht sich durch die neue Microsoft-Software nicht aus dem Rennen geschlagen. Der RealOne digitale Mediaplayer und die Helix Media Server-Platform unterstützten beide Windows Media 9, teilte RealNetworks mit.

Microsoft hatte in den vergangenen Jahre Produkte aus dem Bereich digitaler Medien zur Priorität erklärt. Dazu gehören die Videospiel-Konsole Xbox genauso wie die neue Version des Betriebssystems Windows XP Media Center, die noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Die neue Software soll zusammen mit eigens entwickelten PCs erweiterte Möglichkeiten zum Abspielen von Musikdateien und DVDs bieten.

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