Strecke Amsterdam-Hamburg fehlen Fahrgäste
Verkehrsplaner hält Euro-Transrapid-Netz für unrealistisch

Die Verbindung der großen Metropolen in Mittel- und Osteuropa mit der Magnetschwebebahn Transrapid ist nach Ansicht kritischer Verkehrsexperten nicht realistisch. "Das Grundproblem der Transrapid-Technik sind die Kosten", sagte der Münchner Verkehrsplaner Martin Vieregg am Montag der dpa in Hamburg. "Der Fahrweg des Transrapid ist extrem teuer und die Investitionen lohnen sich allenfalls auf kurzen Strecken mit sehr hohem Passagieraufkommen."

dpa-AFX HAMBURG/MÜNCHEN. In der Handelskammer Hamburg treffen sich an diesem Dienstag Experten aus ganz Europa, um über den Stand verschiedener Transrapid-Projekte zu beraten. So sind Verbindungen von Stockholm nach Hamburg, von Amsterdam nach Groningen und weiter nach Hamburg, von Berlin nach Wien, Budapest oder Warschau und von Berlin nach Hamburg in der Diskussion, obgleich gerade dieses Projekt vom Bundestag in der vergangenen Woche offiziell beerdigt wurde. "Gerade in den osteuropäischen Ländern gibt es weder die finanziellen Mittel noch die Fahrgäste, um lange Transrapidstrecken zu bauen", sagte Vieregg.

Doch auch Projekten wie der angedachten Verbindung von Amsterdam über Groningen nach Hamburg steht der Verkehrsplaner kritisch gegenüber. Auch hier mangele es an Fahrgästen. Sein Planungsbüro habe vorgeschlagen, zwei Projekte von Stuttgart nach Tübingen und im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen zu prüfen, wo der Transrapid in hügeligem Gelände einen Vorzug gegenüber der Eisenbahn ausspielen könne: Er kann auch steilste Steigungen bewältigen. Für beide Projekte werden allerdings noch keine offiziellen Machbarkeitsstudien erstellt.

Der Betriebsrat der Transrapid-Firma Thyssen-Krupp hatte am Freitag an die Bundesregierung appelliert, bis zur Fußball-WM 2006 eine Transrapidstrecke in Deutschland zu realisieren. "Das ist sehr unwahrscheinlich", sagte Vieregg. Zwar lasse sich in dieser Zeit eine Strecke bauen, aber die Planung und die juristische Absicherung eines größeren Verkehrsprojektes dauerten in der Regel deutlich länger. "Das ist nur in China zu verwirklichen, weil die Bürger keine vergleichbaren Einspruchsrechte haben."

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