Streik für 24 Stunden ausgesetzt
Sabena will weiterfliegen

Die belgische Fluggesellschaft Sabena will trotz des Swissair-Debakels vorerst weiterfliegen. Dies teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag in Brüssel mit. Der belgische Staat als Großaktionär suche nach Möglichkeiten, den Geschäftsplan von Sabena trotz der nun fehlenden Zahlungen von Swissair zu finanzieren.

afp/dpa-afx BRÜSSEL. Von der deutschen Swissair-Tochter LTU war am Dienstag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Allerdings hat das Land Nordrhein-Westfalen bereits angekündigt, dem Düsseldorfer Ferienflieger notfalls unter die Arme zu greifen. Swissair war nach milliardenschweren Fehlinvestitionen und durch die weltweite Branchenkrise nach den Terroranschlägen in den USA finanziell in Bedrängnis geraten.

An Sabena hält der belgische Staat 50,5 %, die anderen 49,5 % gehören Swissair. Die Schweizer Fluglinie ist de facto am Ende: Die Großbanken UBS und Crédit Suisse erklärten am Montagabend, sie wollten mit einer Milliardenzahlung die Swissair-Tochter Crossair übernehmen. Diese wiederum solle "so bald wie möglich" einen Großteil der europäischen und Interkontinentalverbindungen der Muttergesellschaft übernehmen. Zeitgleich mit der De-Facto-Pleite verkündete Swissair-Chef Mario Corti, dass sein Unternehmen die fälligen Zahlungen an die Firmentöchter AOM/Air Liberté in Frankreich und Sabena in Belgien nicht leisten könne.

Piloten der Sabena fliegen wieder

Die Piloten der angeschlagenen belgischen Fluglinie Sabena haben nach dem Zusammenbruch des Großaktionärs Swissair ihren Streik am Dienstag für 24 Stunden ausgesetzt. "Alle Flüge sind gesichert", sagte ein Unternehmenssprecher am Morgen, nachdem die Cockpit-Crews vier Tage lang im Ausstand waren.

Die belgische Traditionslinie kämpft im Schatten des Swissair-Debakels weiterhin ums Überleben. Am Dienstagmorgen wartete das Unternehmen noch auf 135 Mill. ? (264 Mio DM), die die Swissair ihrer Tochtergesellschaft überweisen wollte. Nach dem Kollaps des Schweizer Unternehmens, das mit 49,5 % an der Sabena beteiligt ist, ist diese Überweisung jedoch fraglich.

Sanierungsplan des Vorstandsvorsitzenden Müller abgelehnt

Gleichzeitig stimmte die Sabena-Belegschaft über einen Sanierungsplan des deutschen Vorstandsvorsitzenden Christoph Müller ab. Dieser erwartet Zustimmung für seine Pläne, die von den Piloten abgelehnt werden. Die Piloten verlangen inzwischen Müllers Rücktritt.

Nach dem Sanierungsplan sollen gut 1 400 der insgesamt 12 000 Arbeitsplätze bei dem Unternehmen abgebaut werden. Bei der Sabena sind etwa 1 000 Piloten angestellt.

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