Streik sei völlig unverständlich gewesen
Kleinaktionäre kritisieren Verhalten der Piloten

Vertreter der Kleinaktionäre haben am Mittwoch auf der Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG, Frankfurt/Köln, das Verhalten der Piloten im Tarifkonflikt hart kritisiert. Der Streik der Piloten sei völlig unverständlich gewesen, sagte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Mit der Tarifauseinandersetzung und dem hohen Tarifabschluss sei das Aktionärsvermögen geschädigt worden. Es könne nicht sein, dass einzelne Berufsgruppen Lufthansa erpressten.

vwd KÖLN. Axel Zülke von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) sprach von einem eklatanten Missbrauch der Freiheitsrechte durch die Piloten, für die die Aktionäre kein Verständnis hätten. Streik als Machtdemonstration schmälere das Ansehen des Konzerns weltweit und den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns, erklärte Zülke. Dies könnten die Aktionäre nicht hinnnehmen. Lufthansa habe auf die Situation besonnen reagiert, meinte er.

Möglicherweise, so Zülke, habe der Konzern ein bisschen zu der misslichen Lage beigetragen, da in der Vergangenheit zu wenig Piloten ausgebildet worden seien. Auch gebe es bei der Einstellung ausländischer Piloten extrem hohe Hürden bei Lufthansa. Er regte an, das das Unternehmen beispielsweise mehr auf Großraumflugzeuge umsteigen könne, um das Risiko zu mindern. Über die Gewinnwarnung zeigte sich der DSW-Vertreter überrascht, sie sei in dieser Höhe nicht erwartet worden, meinte Hocker.

Er forderte vom Lufthansa-Vorstand weitere Details und stellte die Frage, welche Erfolgsaussichten Lufthansa etwaigen Schadensersatzansprüchen gegen die Piloten einräume. Die Hauptversammlung wurde zu Beginn mehrmals von Demonstraten gestört, die gegen das Ausfliegen abgelehnter Asylbewerber durch Lufthansa protestierten.

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