Streik-Urabstimmung läuft seit Montag
Bei Lufthansa soll es keine Streiks über Ostern geben

Die Flugkapitäne wollen in ihren Tarifkonflikt mit der Lufthansa die Nerven der Passagiere schonen: Über Ostern wird es keine Warnstreiks der Lufthansa-Piloten geben. Das beschloss die Tarifkommission der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) am Dienstag in Neu-Isenburg.

afp/huh/hz FRANKFURT/NEU-ISENBURG. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass sich die Arbeitskampfmaßnahmen nicht vornehmlich gegen die Kunden von Deutscher Lufthansa, Condor, Condor Berlin und der Lufthansa Cargo richteten. Der Warnstreik-Verzicht zu den Feiertagen ändere jedoch nicht die Entschlossenheit der Mitglieder. Maßnahmen nach Ostern hingen vom weiteren Verhalten der Lufthansa ab, teilte die Tarifkommission mit.

Die VC hatte nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen am Montag mit der Streik-Urabstimmung begonnen. Noch bis zum 3. Mai können die Piloten über flächendeckende Arbeitsniederlegungen abstimmen.

Zahlenspiele auf beiden Seiten

Cockpit fordert in den laufenden Tarifverhandlungen nach eigenen Angaben zwischen 18 und 30 % mehr Lohn und Gehalt, Lufthansa zufolge belaufen sich die Forderungen auf bis zu 70 % mehr Geld. Der Konzern hat seinerseits nach eigenen Angaben ein Angebot von 10 bis 16,7 % Plus vorgelegt, nach Cockpit-Angaben bedeutet es nur eine reale Gehaltssteigerung von 1,6 bis 7,8 %. Die Piloten-Vereinigung begründet ihre Forderungen damit, dass bei der Lufthansa derzeit im europäischen Vergleich 35 % weniger verdient werde als bei anderen Airlines.

Die erste Arbeitsniederlegung hatte am 28. März zum Ausfall von mehr als hundert innerdeutschen und europäischen Lufthansaflügen geführt. Damals hatte die Pilotengewerkschaft die Arbeitsniederlegung zuvor angekündigt. Lunemann erwartet, dass dies bei einem neuerlichen Warnstreik wieder der Fall sein werde.

Piloten weiter zu Verhandlungen bereit

Nach Aussage des Flugkapitäns ist VC auch während der Urabstimmung zur Rückkehr an den Verhandlungstisch bereit, wenn die Lufthansa ein neues Angebot vorlegt. Der für die Tarifverhandlungen auf der Lufthansa-Seite verantwortliche Konzernvorstand Stefan Lauer, appellierte in einem Ende der Woche versandten Schreiben an die Piloten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Weil ein erstes Angebot nicht der Abschluss sein wird, haben wir explizit unsere Bereitschaft erklärt, über das gesamte Paket und seine Teile in Verhandlungen einzutreten", heißt in dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt. "Einer Fortsetzung des Dialogs steht deshalb nichts mehr im Wege. Wir wollen den Gang der Verhandlungen jedoch nicht nach dem jeweiligen Wellenschlag der Berichterstattung von draußen führen", schreibt Lauer weiter. Dazu sei der mögliche Schaden zu groß. Der VC wertete das Schreiben als "gutes Zeichen". Es müsse nicht zum Streik kommen, wenn die Lufthansa ein vernünftiges Angebot vorlege.

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