Streikaufruf gescheitert
Ausweitung des südkoreanischen Bankenstreiks bleibt aus

dpa SEOUL. Die Dachgewerkschaft der südkoreanischen Finanzindustrie (KFIU) ist mit ihrem Aufruf zum landesweiten Bankenstreik aus Protest gegen Restrukturierungsmaßnahmen gescheitert. Nach Angaben der Finanz-Aufsichtsbehörde in Seoul vom Donnerstag sprachen sich die Gewerkschaften in zahlreichen Instituten mehrheitlich gegen einen Sympathiestreik zur Unterstützung ihrer streikenden Kollegen der Kookmin Bank und der Housing and Commercial Bank (HCB) aus. Die KFIU rief die Beschäftigen beider Geldinstitute auf, den Streik zu beenden.

Die Polizei hatte am Mittwoch ein Ausbildungszentrum der Kookmin Bank in einem Seouler Vorort gestürmt, das sechs Tage lang von etwa 10 000 streikenden Bankangestellten besetzt war. Diese hatten sich mit ihrem Protest gegen die Fusionspläne der Kookmin sowie der HCB gewandt. Die Gewerkschaften befürchten durch die Fusion der beiden Institute einen massiven Stellenabbau.

Beide Geldhäuser hatten zuvor die Zusammenlegung ihrer Geschäftstätigkeiten zu einer "Superbank" angekündigt. Das Zusammengehen der beiden Banken entspricht den Reformplänen der Regierung für den seit der Asien-Krise stark gebeutelten Finanzsektor.

Seit der Krise 1997/98 wurden knapp 150 Bill. Won (etwa 256,4 Mrd. DM) zur Sanierung des Finanzbereichs gebilligt. Tausende von Beschäftigten in den Banken verloren seitdem infolge von Restrukturierungsmaßnahmen ihre Arbeit. Die KFIU wirft der Regierung eine einseitige Restrukturierung des Finanzsektors vor.

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