Streiks am Morgen planmäßig fortgesetzt
Metall-Tarifpartner verhandeln wieder

Die Tarifparteien in der Metall- und Elektroindustrie haben am Mittwochvormittag in Böblingen ihre Verhandlungen wieder aufgenommen. Die Streiks in Baden-Württemberg und Berlin-Brandenburg wurden unterdessen fortgesetzt. IG Metall und Arbeitgeber hatten zuletzt am 19. April verhandelt.

dpa/rtr BÖBLINGEN/WOLFSBURG. Die Gewerkschaft fordert offiziell 6,5 % mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber boten zuletzt 3,3 % für 13 Monate und eine Einmalzahlung.

"Unser Job ist es, eine Lösung zu finden", sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Otmar Zwiebelhofer unmittelbar vor Verhandlungsbeginn. "Die Aufgabe ist enorm schwierig, das Ergebnis offen." Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Berthold Huber sagte, Ziel der Verhandlungen sei ein tragfähiges Ergebnis. "Das bedeutet Schmerzen für beide Seiten."

Zunächst setzten sich je zwei Vertreter von Gewerkschaft und Arbeitgebern an den Verhandlungstisch. Außer Huber und Zwiebelhofer nahmen der Daimler-Chrysler-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm und der DaimlerChrysler-Personalvorstand Günther Fleig an den Gesprächen teil. Nach Einschätzung von Experten könnte sich ein Lösungsmodell aus den Elementen prozentuale Lohnerhöhung, Laufzeit, Einmalzahlung und einer Komponente für den gemeinsamen Entgeltrahmentarifvertrag (ERA) für Arbeiter und Angestellte zusammensetzen.

Die Streiks wurden am Morgen planmäßig fortgesetzt. Rund 10 000 Beschäftigte in 27 überwiegend mittelständischen Unternehmen sind im Südwesten aufgerufen, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Bereits zum zweiten Mal werden der Maschinenbauer Voith in Heidenheim und der Medizingeräte-Hersteller Aesculap in Tuttlingen bestreikt. Auch bei Liebherr in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) sollte die Produktion ruhen.

In Berlin und Brandenburg sind in fünf Betrieben mehr als 3 000 Beschäftigte aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Dazu gehören Siemens KWU und Babcock Borsig in Berlin sowie DaimlerChrysler und Thyssen im brandenburgischen Ludwigsfelde.

Auch beim Autokonzern Volkswagen haben am Mittwochvormittag nach Angaben des Betriebsrates mehrere zehntausend Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Anlass sind Solidaritätskundgebungen der IG Metall in allen sechs westdeutschen VW-Werken anlässlich der Tarifauseinandersetzung für die Metallindustrie. Die rund 100 000 VW-Beschäftigten sind aufgrund eines so genannten Haustarifvertrages vom Ausgang der aktuellen Verhandlungen nicht betroffen. Allein im größten VW-Werk am Konzernsitz in Wolfsburg haben sich nach ersten Schätzungen rund 20 000 Beschäftigte am Morgen dem Aufruf angeschlossen. "Die Produktion steht für etwa zwei Stunden", sagte eine Sprecherin des Betriebsrates. "Das wird den Beschäftigten allerdings vom Lohn abgezogen." Die Gewerkschaft rechnet damit, dass sich zusammen mit den Aktion in den Werken Braunschweig, Salzgitter, Hannover, Emden und Kassel bis zu 50 000 Arbeitnehmer an dem vorübergehenden Ausstand beteiligen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%