Streiks angekündigt
Air France mit Gewinnrückgang

Experten äußerten sich aber besorgt über die angekündigten viertägigen Pilotenstreiks ab Freitag, die bei Air France voraussichtlich zu erheblichen Flugausfällen führen werden.

Reuters PARIS. Der Nettogewinn im ersten Geschäftsquartal (zum Ende Juni) sei binnen Jahresfrist um 18,5 % auf 159 Mill. Euro eingebrochen, teilte die Gesellschaft am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 128 Mill. Euro erwartet. Allerdings verdiente Air France, die als eine der profitabelsten Fluglinien Europas gilt, operativ deutlich weniger als erwartet. Analysten sagten, Konkurrenten wie die Lufthansa hätten in den vergangenen Monaten bei der Ertragsentwicklung aufgeholt. Air France warnte vor erheblichen Störungen des Flugverkehrs vom 6. bis 9. September, da einige Pilotengewerkschaften für diesen Zeitraum Streiks angekündigt hätten. Besonders die Mittel- und Langstrecken seien davon betroffen. Die Tarifverhandlungen waren zuletzt ins Stocken geraten, nachdem Air France Forderungen der Piloten nach 17 % mehr Gehalt als zu hoch zurückgewiesen hatte.

Analysten bewerteten die bevorstehenden Streiks kritisch. "Die größte Sorge ist die Ungewissheit, die dieser Streik schafft. Es gibt Befürchtungen, der Ausstand könnte zu höheren Löhnen und damit höheren Kosten führen", sagte Jonathan Wober von der Deutschen Bank.

Ebenfalls negativ äußerten sich die Experten über die operative Ergebnisentwicklung bei der Gesellschaft. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Erträgen aus Flugzeugverkäufen fiel um 22,1 % auf 152 Mill. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 168,5 Mill. Euro gerechnet. "Das sind keine super Ergebnisse", sagte Martin Borghetto von Morgan Stanley. Andere europäische Fluggesellschaften wie die Lufthansa hätten im abgelaufenen Quartal eine dynamischere Ergebnisentwicklung gezeigt. Die Lufthansa und auch Europas Branchenprimus British Airways haben im abgelaufenen Quartal jeweils vor allem wegen Kosteneinsparungen überraschend hohe Gewinne erzielt.

Der starke Rückgang des weltweiten Luftverkehraufkommens in Folge der Anschläge vom 11. September hatte Air France weniger belastet als die Konkurrenz, da die Gesellschaft nicht so stark von den Nordatlantikrouten abhängig ist. Das Unternehmen weitete zudem seine Kapazität in Richtung Afrika und Indischer Ozean aus und konnte nach dem Zusammenbruch der Konkurrenten Sabena und Swissair weitere Kunden gewinnen.

Die Aktien von Air France waren am Mittwoch vor Bekanntgabe der Ergebnisse an einer freundlichen Pariser Börse um 1,44 % auf 12,34 Euro gefallen. In diesem Jahr haben die Titel ähnlich wie die Lufthansa-Aktien rund 24 % an Wert verloren.

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