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Streikwelle in Belgien

Protestaktionen wegen hoher Kraftstoffpreise und der geplanten Privatisierung öffentlicher Unternehmen. Post, Telekom, Flughafen und Aldi betroffen.

dpa Brüssel (dpa) - Wegen Streiks in verschiedenen Branchen des Landes mussten am Montag in Belgien viele Abonnenten auf ihre Morgenzeitung verzichten und Passagiere am internationalen Brüsseler Flughafen Zaventem Verspätungen in Kauf nehmen. Wegen der Arbeitsniederlegung von Feuerwehrkräften der Flughafengesellschaft konnte nur eine Rollbahn für Starts und Landungen geöffnet werden, teilte die belgische Fluggesellschaft Sabena mit. Neben Verspätungen sei auch damit zu rechnen, dass Flüge gestrichen werden müssen.

Aus Sorge um ihre Arbeitsplätze wegen der geplanten Privatisierung öffentlicher Unternehmen legten außerdem Angestellte der Post landesweit die Arbeit nieder. Nach Rundfunkangaben wurde in den meisten Zustellbezirken keine Post verteilt, ein Großteil der Postschalter blieb geschlossen.

Von den 24-stündigen Arbeitsniederlegungen war auch die staatliche Telekommunikationsgesellschaft Belgacom betroffen. Dort waren die Auskunftsdienste nicht besetzt. Andere Dienstleistungen des Unternehmens wurden aber nicht eingeschränkt.

Zu Protestaktionen kam es außerdem wieder wegen der hohen Kraftstoffpreise. In der Industriestadt Charleroi im Süden des Landes kam der öffentliche Personennahverkehr zum Erliegen, weil die Fahrer von Bussen und Bahnen streikten. In Ostende an der Nordsee kippten belgische Fischer ihre Fänge vor die Markthallen.

Am Wochenende waren in Flandern darüber hinaus 200 Filialen der deutschen Supermarktkette Aldi bestreikt worden. Die Angestellten wollten damit auf die ihrer Meinung nach schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. Bemängelt wurde nach Zeitungsberichten unter anderem das Fehlen von Mittagspausen und außerdem, dass die Kassiererinnen für ihre Arbeit Registriernummern von 700 Produkten auswendig lernen müssen.

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