Streit mit Thierse
Kohls Erklärung im Wortlaut

ddp BERLIN. Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) verzichtet weiterhin darauf, einen angeblich gezogenen Vergleich zwischen Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) und der Nazi-Größe Hermann Göring explizit zu dementieren. Wir dokumentieren die Erklärung Kohls:

"Ich bleibe dabei, dass ich zu dem Inhalt eines privaten Gesprächs in einem Restaurant des Deutschen Bundestages keine Stellung nehme. Es ist allerdings ein unerträglicher Zustand, dass private Gespräche im Bundestagsrestaurant von Journalisten belauscht bzw. abgehört werden. Diese Art Journalismus, die durch manche Vertreter dieses Berufs praktiziert wird, hat nichts mit seriösem Journalismus zu tun.

Wenn ich nach meinen Erfahrungen mit dem Bundestagspräsidenten Thierse befragt werde, muss ich feststellen: In der langen Reihe der großen Gestalten von Parlamentspräsidenten denke ich an Eugen Gerstenmeier, Kai-Uwe von Hassel, Annemarie Renger oder Karl Carstens, um nur vier Persönlichkeiten zu nennen. Herr Thierse ist nach meinen Beobachtungen - und der vieler Anderer - der Bundestagspräsident, der sein Amt am parteiischsten ausübt. Diese Haltung hat er in vielen Sitzungen des Deutschen Bundestages bewiesen.

Ein Höhepunkt war die Sitzung des Deutschen Bundestages am letzten Donnerstag. Es war offensichtlich, dass die SPD-Fraktion unter Führung des Fraktionsvorsitzenden Ludwig Stiegler alles unternahm, als Ministerpräsident Edmund Stoiber das Wort erhielt, um seine Ausführungen mit Zwischenrufen und Schmähungen zu stören. Diese Form der parlamentarischen Auseinandersetzung schadet dem Ansehen des Parlaments. Herr Thierse, der die Sitzung leitete, hat unerträglich lange diese Inszenierung der SPD-Fraktion geduldet, bis er endlich eingriff.

Von dieser Diskussion völlig abgesehen, möchte ich klarstellen: Es liegt mir fern, ein Mitglied einer demokratischen Partei der Bundesrepublik Deutschland mit einem Mitglied einer totalitären Partei, egal ob rot oder braun, zu vergleichen."

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