Streit über Aktienaufteilung
Deutsche Börsenlandschaft wird neu segmentiert

Der deutsche Aktienmarkt wird am Mittwoch in Frankfurt komplett umgekrempelt. Nach dem Desaster des Neuen Marktes soll es künftig nur noch ein Premium- und ein Standardsegment geben.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Das einstige Wachstumssegment wird voraussichtlich abgeschafft. Über diese Pläne der Deutschen Börse AG muss der Börsenrat als oberstes Kontrollgremium entscheiden. In der Finanzmetropole wird mit einer Zustimmung des Aufsichtsorgans am Mittwoch gerechnet.

Auch die Indizes MDax und SMax für mittelgroße beziehungsweise kleine Unternehmen wird es dann nicht mehr geben. Stattdessen soll unterhalb der 30 wichtigsten deutschen Aktien im Deutschen Aktienindex (Dax) zwischen traditionellen und Technologiebranchen unterschieden werden.

Wer zum neuen Premium-Segment "Prime Standard" zählen will, muss schärfere Informationspflichten erfüllen. Dazu gehören Quartalsberichte, die Erstellung der Bilanzen nach internationalen Vorschriften und die Veröffentlichung in englischer Sprache. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 250 000 Euro. Alle übrigen Aktiengesellschaften, die nur die gesetzlichen Mindestbedingungen erfüllen, bleiben im niedriger angesiedelten Segment "Domestic Standard".

Umstritten ist die genaue Zusammensetzung der Indizes im Premium- Bereich. Über Anzahl der Unternehmen und Abgrenzung gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Der Deutschen Börse schweben nach Angaben von Vorstand Volker Potthoff jeweils 50 Unternehmen je Index vor. Kritiker befürworten dagegen 30 oder 40 Firmen. Zudem bemängeln sie die Absicht, nur Firmen des Neuen Marktes in den neuen Technologieindex aufzunehmen. Angesichts der niedrigen Aktienkurse seien sie für Anleger uninteressant. Biotechnologie- oder Pharmaunternehmen würden dagegen den Technologiewert attraktiver machen. Über diesen Komplex wird erst in einem gesonderten Arbeitskreis in den nächsten Wochen entschieden.

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