Streit über den Kauf von Compaq geht weiter
Hewlett-Packard verbucht knappen Sieg

Die Stimmen sind ausgezählt, doch der Kampf geht weiter: Obwohl das Management des Technologiekonzerns Hewlett-Packard (HP) die Abstimmung über die Übernahme des Konkurrenten Compaq nach der ersten Stimmenauszählung gewonnen hat, ist der erbitterte Streit mit den Familienerben noch nicht zu Ende.

 

tor NEW YORK. Nach Angaben von HP haben 51,4 % der Aktionäre für die Übernahme gestimmt - ein Vorsprung von 2,8 Prozentpunkte oder 45 Millionen Stimmen. Haupt-Gegenspieler Walter Hewlett kündigte jedoch bereits an, dass er eine Nachzählung verlangen werde. Die 20-Milliarden-Dollar-Fusion hängt damit vorläufig weiter in der Luft.

Die streitenden Parteien haben nun eine Woche Zeit, die von der unabhängigen Agentur IVS durchgeführte Auszählung zu überprüfen und anzufechten. Eine Revision ist aber nach Meinung von Experten unwahrscheinlich. "Das erinnert mich an die letzte Präsidentenwahl. Obwohl es vorbei ist, kann man nicht sicher sein, dass es vorbei ist", sagte Patrick Adams, Fondmanager bei der Anlagegesellschaft Choice Investment Management, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Das HP-Management kämpft seit Monaten erbittert gegen den Widerstand der Familienerben. Während HP-Chefin Carly Fiorina mit der Übernahme des Computerbauers Compaq den Konzern stärker im hochpreisigen Markt für Netzwerkrechner und IT-Dienstleistungen verankern will, befürchtet Walter Hewlett den Untergang des Druckerherstellers auf dem hart umkämpften Markt für Personal Computer. Fiorina hatte bereits kurz nach der entscheidenden Abstimmung der Aktionäre am 19. März einen knappen Sieg für sich beansprucht.

Hewlett stellt nicht nur die Auszählung in Frage. Er behauptet zudem, dass die HP-Chefin die Abstimmung mit unlauteren Methoden beeinflusst hat. So soll sie über den Stand der Integration beider Unternehmen bewusst die Unwahrheit gesagt haben. Außerdem soll die Deutsche Asset Management, eine Tochter der Deutschen Bank, nur auf Druck von Fiorina 17 Millionen Stimmen für die Fusion abgegeben haben. Auf einer in die Öffentlichkeit gelangten Telefonnachricht spricht Fiorina von "außergewöhnlich Schritten", um die Deutsche Asset Management auf ihre Seite zu ziehen.

Die HP-Chefin und Deutsche Asset Management bestreiten die Vorwürfe. Dennoch hat ein Richter in Delaware die Klage Hewletts angenommen und für den kommenden Dienstag den ersten Verhandlungstermin festgesetzt. Der Richter hat die Möglichkeit, das Abstimmungsergebnis noch entscheidend zu verändern. Gegen sein Urteil ist eine Berufung vor dem Supreme Court in Delaware möglich.

Quelle: Handelsblatt

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