Streit über die UMTS-Finanzierung
Mobilcom: France Télécom hat Verpflichtungen

Die Telefongesellschaft Mobilcom hat im Konflikt mit ihrem Großaktionär France Télécom um die UMTS- Finanzierung einen Text vom November 2001 verbreitet, in dem der französische Konzern weit reichende Verpflichtungen eingeht.

dpa BÜDELSDORF. So muss France Télécom demnach alle finanziellen Engpässe von MobilCom bis zum Beginn des neuen Mobilfunk-Netzes UMTS mit eigenen Krediten oder Bürgschaften ausgleichen. Diese Verpflichtung sei in einer Meldung von France Télécom an die US-Börsenaufsicht SEC im Zusammenhang mit der Notierung der Aktie an der Wall Street enthalten, teilte Mobilcom am Donnerstag in Büdelsdorf mit.

Laut Mobilcom schränkt France Télécom gegenüber der SEC die Höhe dieser Finanzierungsverpflichtung nicht ein und nennt auch keine Bedingungen oder Einschränkungen dafür. Darüber hinaus enthalte das Papier keine Passage, nach der France Télécom den Geschäftsplan und damit den Mobilcom-Konzern kontrollieren könne.

Mobilcom und France Télécom streiten seit mehreren Wochen öffentlich über die UMTS-Finanzierung und die Auslegung ihrer Vereinbarungen. Dem hoch verschuldeten französischen Konzern wird das Engagement in Deutschland zu teuer und er möchte die Milliarden- Investitionen in das UMTS-Netz gern herunterfahren. Mobilcom-Chef Gerhard Schmid beharrt hingegen auf vertraglichen Verpflichtungen, zeigte sich zuletzt aber kompromissbereiter und will nicht mehr unbedingt als erster in Deutschland UMTS anbieten.

Nach einer Sitzung des Mobilcom-Aufsichtsrats in der vergangenen Woche hatte sich der Konflikt etwas entspannt. Beide Unternehmen wollten nach einvernehmlichen Lösungen für die Probleme suchen, hieß es. Zuvor hatte Mobilcom damit gedroht, die Verträge zwischen den Unternehmen zu veröffentlichen, um die Verpflichtungen von France Télécom klarzustellen. Davon hat Mobilcom nun abgesehen und stattdessen den bereits veröffentlichten US-Börsentext neu verbreitet. Nähere Auskünfte über die aktuelle Lage des Mobilcom - Konzerns sind von der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag kommender Woche zu erwarten.

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