Archiv
Streit über ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat

Der Konflikt zwischen Deutschland und Italien um den von der Bundesregierung angestrebten ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat hat sich verschärft. Der italienische Außenminister Franco Frattini warf Berlin vor, es stelle sich „gegen die Idee eines politisch vereinten Europas“.

dpa ROM. Der Konflikt zwischen Deutschland und Italien um den von der Bundesregierung angestrebten ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat hat sich verschärft. Der italienische Außenminister Franco Frattini warf Berlin vor, es stelle sich "gegen die Idee eines politisch vereinten Europas".

Das deutsche Streben richte sich "gegen die Ideale, für die wir zusammen arbeiten", sagte Frattini der römischen Zeitung "La Repubblica". Dies gelte umso mehr, da die EU-Staaten demnächst eine Verfassung unterzeichneten, die einen gemeinsamen Außenminister vorsieht.

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hatte zuvor die italienische Kritik zurückgewiesen. Wenn Italien eine deutsche Kandidatur ablehne, solle die Regierung in Rom selbst für einen permanenten Sitz im Sicherheitsrat kandidieren. Dies lehnte Frattini wiederum ab. Rom wolle keine "Herausforderung auf Grundlage nationaler Interessen", sagte er der Mailänder Zeitung "Corriere della Sera".

"Das könnte die Gefahr bedeuten, Europa zu spalten", warnte Frattini. Berlin solle zum Geist der großen europäischen Staatsmänner wie Konrad Adenauer und Robert Schuman zurückkehren. SPD und die Grünen seien auch in ihren Wahlprogrammen für einen gemeinsamen EU-Sitz eingetreten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%