Streit um Berichte der „Energie-Task-Force“
Enron: Kongress droht US-Regierung mit Klage

Der US-Kongress hat der Regierung Bush im Fall Enron mit einer Klage gedroht. "Wenn das Weiße Haus in der kommenden Woche nicht seinen Kurs korrigiert, werden wir vor Gericht gehen", warnte am Wochenende David Walker, Chef des General Accounting Office (GAO), der Ermittlungsbehörde des Kongresses. Eine Klage des Kongresses gegen die Regierung hat es in der Geschichte der USA noch nicht gegeben.

coh WASHINGTON. Der Kongress fordert von der Regierung, Berichte über die Verhandlungen der "Energie-Task-Force" offenzulegen. Diese Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Vizepräsident Richard Cheney hatte im vergangenen Jahr mit Vertretern der Energiewirtschaft über Richtlinien der Energiepolitik diskutiert. Das GAO will klären, wie groß der Einfluss der Energiekonzerne auf die Politik ist. Die Regierung weigert sich aber, die Berichte zu veröffentlichen.

Mehrere ranghohe Mitglieder der Bush-Regierung hatten offenbar enge Verbindungen zu dem zahlungsunfähig gewordenen Energieriesen Enron. Am Wochenende sagte ein ehemaliger Enron-Manager, Bushs früherer Wahlkampfberater Edward Gillespie sei im vergangenen Jahr die Schlüsselfigur für Enron in Washington gewesen. Für seine neunmonatige Lobbyarbeit habe ihm der Energiekonzern 525 000 Dollar gezahlt.

Seit Freitag ist die Geschichte der größten Firmenpleite der USA um ein tragisches Kapitel reicher: Der im Frühjahr ausgeschiedene Vizechef Clifford Baxter wurde tot aufgefunden. Nach Angaben der Behörden hat der 43-Jährige Selbstmord begangen. Er hatte offenbar Monate vor dem Kollaps des Konzerns fragwürdige finanzielle Praktiken bei Enron kritisiert.

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