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Streit um das World Trade Center

Böse Zungen nennen den New Yorker Immobilienmogul Donald Trump "The Hair" wegen seines schwungvoll gefönten Seitenscheitels. In der Reality-Serie "Apprentice" (Lehrling) kommandiert Trump junge Kandidaten herum, die um einen gut bezahlten Job bei ihm wetteifern.

Böse Zungen nennen den New Yorker Immobilienmogul Donald Trump "The Hair" wegen seines schwungvoll gefönten Seitenscheitels.

In der Reality-Serie "Apprentice" (Lehrling) kommandiert Trump junge Kandidaten herum, die um einen gut bezahlten Job bei ihm wetteifern. Genussvoll wirft er einen Bewerber nach dem anderen mit seinem gefürchteten Spruch "You're fired" (Du bist gefeuert) aus dem Rennen.

Im richtigen Leben würde Trump am liebsten den Architekten Daniel Libeskind feuern. Der stets in schwarz gekleidete Avantgardist hat den so genannten Freedom Tower entworfen, der New Yorks künftiges Wahrzeichen an der Stelle des ehemaligen World Trade Center entstehen soll.

"The Hair" nennt den Plan ein "eierköpfiges Design eines Eierkopfs". Statt des spiralförmig geschwungenen Freedom Tower will er schlicht die alten Zwillingstürme wieder aufbauen. Nur ein Stockwerk höher.

So wünscht Trump sich das neue, alte World Trade Center:

Und so sieht Libeskinds Vision aus:


Die neu erhitzte Debatte beschäftigt derzeit die New Yorker. Dahinter verbergen sich auch geschäftliche Interessen. Denn der Immobilienunternehmer Larry Silverstein, ein Freund Trumps, finanziert bislang den Wiederaufbau. Und Silverstein ist ein erklärter Feind des Freedom-Tower-Designs.

Trump und Libeskind könnten kaum gegensätzlicher sein. Der große, massige Trump baut seit Jahrzehnten Apartment- und Bürotürme - vornehmlich aus Profitinteresse. Der hemdsärmelige Multimillionär heiratete kürzlich in dritter Ehe das slowenische Model Melanie Knauss, die sich aber nach eigener Aussage strikt aus allem Geschäftlichen heraushalten wird.

Libeskind dagegen überlässt das Management seines Architekturbüros seiner Ehefrau. Libeskind hasst nach eigenen Angaben konventionelle Architektur wie die Trump-Türme. Der kleine, hagere Mann wechselte erst spät von der Theorie als Architekturprofessor in die Praxis. Zum Durchbruch wurde sein Design für das Jüdische Museum in Berlin.

Die Boulevardzeitung New York Post bietet "The Hair" derzeit ein Forum, über das er täglich den "Eierkopf" Libeskind attackiert. Mancher New Yorker wettet, dass Trump (und im Hintergrund Unternehmer Silverstein) tatsächlich den seit gut zwei Jahren beschlossen Freedom Tower noch kippt.

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