Streit um Delisting geht weiter
Metabox hat Insolvenzantrag abgewendet

Der angeschlagene Multimedia Metabox AG-Spezialist hat nach eigenen Angaben einen von dritter Seite beantragten Insolvenzantrag abgewendet und einen Teilerfolg bei einem Streit mit der Deutschen Börse AG errungen.

Reuters HILDESHEIM. Das Amtsgericht Hildesheim habe den Insolvenzantrag auf Kosten des Antragstellers als unzulässig zurückgewiesen, teilte Metabox am Montag per Pflichtveröffentlichung mit.

Die Entscheidung des Gerichts sei bereits am 25. Februar erfolgt, jedoch erst am heutigen Montag Metabox bekannt geworden. Das Unternehmen sehe in der Entscheidung eine "Stärkung ihrer Position im Rahmen der Konsolidierung", hieß es. Metabox prüfe nun, ob Strafanzeige wegen des aus seiner Sicht missbräuchlich beantragten Insolvenzantrages gestellt werden könne.

Auch im Streit mit der Deutschen Börse AG um die verspätete Veröffentlichung des Geschäftsberichts im Jahr 2000 verzeichnete Metabox nach eigenen Angaben einen Teilerfolg. Das Schiedsgericht bei der Deutschen Börse habe entschieden, dass Metabox deswegen eine Geldstrafe von 15 000 Euro statt der zuvor verhängten 70 000 Euro zahlen müsse. Bei der Deutschen Börse war zunächst keine Stellungnahme dazu erhältlich.

Die zunächst ausgesprochene Strafe sei nach Auffassung des Schiedsgerichts zu hoch gewesen, da Metabox nicht verpflichtet gewesen sei, einen testierten Jahresabschluss einzureichen. Es sei ausreichend gewesen, eine englischsprachige Version des Geschäftsberichts auf der Metabox-Homepage zu veröffentlichen. Das Schiedsgericht habe lediglich festgestellt, dass Metabox nicht die erforderliche Eigenkapitalveränderungsrechnung nach IAS aufgestellt habe.

Metabox steht mit der Deutschen Börse auch wegen seines Delistings in juristischen Auseinandersetzungen. Der Börsenbetreiber will Metabox aus dem Segment des Neuen Marktes streichen, weil die Aktie des Hildesheimer Unternehmens seit geraumer Zeit unter einem Euro notiert und die Firma keine Marktkapitalisierung von 20 Millionen Euro erreicht.

Ist mindestens eine dieser beiden Bedingungen erfüllt, kann ein Unternehmen seit Oktober 2001 vom Neuen Markt delistet werden. Am 8. März hatte Metabox nach eigenen Angaben eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Börse erwirkt. Danach darf die Börse erst binnen sechs Monaten die neuen Regeln auf das Hildesheimer Technologieunternehmen anwenden. Zuletzt notierte Metabox Ende Mai 2001 über der Marke von einem Euro. Die Metabox-Aktien notierten am Montagmittag in einem stabilen Marktumfeld nahezu unverändert bei 0,60 Euro.

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