Streit um eingefrorene Guthaben
Kuba unterbricht Telefonverbindungen in die USA

dpa HAVANNA. Kuba wird vom 15. Dezember an die direkten Telefonverbindungen in die USA unterbrechen. Dies kündigte der Ministerrat am Freitag in einer Mitteilung in der Zeitung "Granma", dem Zentralorgan der Kommunistischen Partei, an. Hintergrund der Maßnahme ist der Streit um in den USA eingefrorene Guthaben der staatlichen kubanischen Telefongesellschaft Etecsa, die von Kuba auf 121,4 Mill. $ (rund 265 Mill. DM) beziffert werden.

Der US-Kongress hatte im Oktober beschlossen, dass aus diesen Guthaben die Angehörigen der Exilkubaner entschädigend werden dürfen, deren zwei Kleinflugzeuge bei einem Propagandaflug vor der kubanischen Küste im Februar 1996 abgeschossen worden waren. Kuba führte daraufhin eine Steuer von 10 % auf Ferngespräche ein, deren Bezahlung die beteiligten US-Telefonfirmen aber mit Hinweis auf ein von der Regierung in Washington verhängtes Verbot verweigerten. Die Unterbrechung der direkten Verbindungen, die Kuba jetzt wegen der Zahlungsverweigerung ankündigte, dürfte in der Praxis wenig Auswirkungen haben, da Telefonverbindungen über Drittländer möglich sind. Zwischen Februar 1999 und April dieses Jahres hatte Kuba schon einmal die Verbindungen unterbrochen.

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