Streit um Flughafenprojekt
Fraport hofft auf gütliche Einigung in Manila

Im Streit um das Flughafenprojekt in Manila hofft nun die Frankfurter Fraport AG, drohende Verluste in dreistelliger Millionenhöhe doch noch durch eine gütliche Einigung vermeiden zu können.

Reuters FRANKFURT. Die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens teilte am Donnerstag mit, es stehe möglicherweise eine einvernehmliche Lösung mit der philippinischen Regierung in Aussicht, durch die ein finanzieller Schaden verhindert werden könnte. Zuletzt hatte der Konzern noch angekündigt, eine Schadensersatzklage gegen die philippinische Regierung zu erwägen. Fraport legte zugleich die Zahlen für die ersten neun Monate 2002 vor, die im Rahmen der Analystenerwartungen lagen. Für das Gesamtjahr zeigte sich der Konzern vor dem Hintergrund der Krise in der internationalen Luftfahrt verhalten optimistisch. Der Aktienkurs gab 3,38 Prozent auf 20,30 Euro nach.

Infolge von Zinsforderungen in Millionenhöhe habe sich im dritten Quartal das finanzielle Engagement der Fraport AG in Manila auf 383 Millionen Dollar erhöht, hieß es. Fraport hatte vergangenes Jahr bereits außerordentliche Abschreibungen von gut 60 Millionen Euro auf das philippinische Projekt vorgenommen. Ob es in diesem Jahr zu weiteren Abschreibungen kommt, konnte Fraport mit Blick auf die laufenden Gespräche nicht mitteilen. Der Flughafenbetreiber ist über Investitionen, Bürgschaften und andere Verbindlichkeiten an dem neuen Terminal beteiligt.

Inzwischen habe sich das philippinische Parlament mit der Rechtmäßigkeit des Konzessionsvertrages zum Betrieb des Terminals durch Fraport befasst, teilte Fraport mit. "Als Folge dieser Untersuchung könnte ein philippinisches Gericht die teilweise oder vollständige Nichtigkeit des Konzessionsvertrages erklären." Fraport ermittle derzeit, welche finanziellen Auswirkungen ein solcher Entscheid haben könnte, hieß es.

Die philippinische Regierung habe bestätigt, dass "durch eine solche rechtliche Situation" die Rückabwicklung des Projekts mit entsprechenden Ausgleichszahlungen für Fraport "näher rücken" würde. "Tendenziell sieht es jetzt eher so aus, dass eine einvernehmliche Lösung im Vordergrund steht", sagte ein Fraport-Sprecher. "Wir wollen eine neue, klare Vereinbarung mit der Regierung", sagte er. Bereits seit längerem ist angedacht, dass sich Fraport als Miteigner aus dem Terminal zurückziehen und die bereits geleisteten Zahlungen zurück erhalten könnte, um dann lediglich als Betreiber gegen Gebühren zu fungieren. "Das ist grundsätzlich eine Option", hieß es.

Fraport hält eine Beteiligung an der für den Terminal-Bau verantwortlichen Gesellschaft Piatco. Die neue philippinische Regierung erkennt den alten Vertrag mit Piatco nicht an und lässt ihn nach Korruptionsvorwürfen überprüfen. Fraport-Chef Wilhelm Bender betonte am Donnerstag gegenüber dem Hessen Fernsehen erneut, seine Mitarbeiter seien an strafbaren Handlungen nicht beteiligt gewesen.

Um mehr als neun Prozent auf knapp 402 Millionen Euro steigerte Fraport in den ersten neun Monaten das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda). Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 397 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um knapp 14 Prozent auf 1,344 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls im Rahmen der Prognosen.

"Bei der Einschätzung der Verkehrsentwicklung für das Gesamtjahr 2002 bleibt Fraport vorsichtig optimistisch und geht von einer weiteren Erholung des Luftverkehrs auch im vierten Quartal aus", hieß es zum Ausblick. Unter anderem infolge der erstmaligen Vollkonsolidierung der Sicherheitsfirma ICTS erwarte Fraport einen deutliche Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Beim Ebitda würden weiterhin "mindestens" 500 Millionen Euro und damit etwa der Vorjahreswert erwartet, hieß es.

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