Streit um Kohls Äußerung zu Thierse
Schröder: Stoiber muss das klarstellen

Altkanzler Kohl sorgt weiter für Aufregung. "Ich erwarte eine Entschuldigung", so Gerhard Schröder. Auch Stoiber müsse sich äußern. Kohl soll Bundestagspräsident Thierse mit dem NS-Politiker Hermann Göring verglichen haben.

rtr BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) aufgefordert, sich von Altbundeskanzler Helmut Kohls (CDU) auf Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) gemünzten angeblichen Nazi-Vergleich zu distanzieren.

Schröder bekräftigte am Mittwoch in Berlin seine Ablehnung eines Vergleichs zwischen Thierse und dem NS-Politiker Hermann Göring und sagte: "Ich erwarte deshalb sowohl eine Entschuldigung von Helmut Kohl, als auch eine Klarstellung des Kanzlerkandidaten der Union." Schröder wiederholte seine Kritik, Kohls Aussagen seien "völlig unannehmbare Beschimpfungen (und) ein Dokument von Geschichts- und Verantwortungslosigkeit". Es müsse auch in Zeiten des Wahlkampfs, in denen nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden dürfe, Grenzen der politischen Auseinandersetzung geben.

"Der Spiegel" hatte berichtet, Kohl habe Thierse in einem Gespräch mit Abgeordneten im Parlaments-Restaurant mit dem NS-Reichstagspräsidenten Göring verglichen. Kohl hatte am Dienstag dazu erklärt: "Es liegt mir fern, ein Mitglied einer demokratischen Partei der Bundesrepublik Deutschland mit einem Mitglied einer totalitären Partei, egal ob rot oder braun, zu vergleichen." Zu dem Inhalt des Gesprächs wolle er aber nicht Stellung nehmen, da es privat gewesen sei. Zugleich warf er Thierse vor, er sei "der Bundestagspräsident, der sein Amt am parteiischsten ausübt".

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