Streit um Ministererlaubnis
Konkurrenz lehnt Eon-Ruhrgas-Fusion ab

Die in Deutschland tätigen Gasversorger, -Produzenten und-Händler lehnen eine Übernahme der Essener Ruhrgas AG durch Eon mehrheitlich ab. Auf der öffentlichen Anhörung zu der von Eon beantragten Ministererlaubnis am Mittwoch in Berlin forderten die meisten Vertreter der Wettbewerber und Abnehmer eine Untersagung des Vorhabens.

vwd BERLIN. Jan Zilius, Vorstandsmitglied von RWE, glaubt, dass die Voraussetzungen für eine Ministererlaubnis nicht vorliegen. Auch mit Auflagen könne das Vorhaben nicht genehmigt werden. Eon habe es nicht geschafft, das Gemeinwohl einer Ruhrgas-Übernahme schlüssig zu begründen. Bloße Spekulationen - etwa über die künftige Versorgungssicherheit - würden da nicht weiterhelfen, betonte Zilius. Ruhrgas brauche nicht Eon, sondern Eon brauche Ruhrgas - dies aber aus einzelwirtschaftlichen und nicht aus Gemeinwohl-Gründen.

Ein Vertreter des Ferngasunternehmens Wingas GmbH plädierte dagegen für eine Ministererlaubnis mit Auflagen. Wingas sei es schon in der jüngsten Zeit nahezu unmöglich gewesen, größere Gasmengen an Unternehmen abzusetzen, an denen Ruhrgas oder Eon beteiligt seien, hieß es. Bei einem Zusammenschluss müssten die Konzerne daher Beteiligungen etwa an der VNG oder der Thüga AG abgeben.

Sprecher der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) und der Berliner Bewag AG forderten ebenfalls harte Auflagen im Falle einer Ministererlaubnis, betonten jedoch zugleich, sie seien grundsätzlich gegen einen Zusammenschluss der beiden Konzerne. Eon müsse "wesentliche Beteiligungen auf allen Wertschöpfungsstufen verkaufen", hieß es vom Bewag-Vertreter.

Ein Sprecher der französischen Gaz de France (GdF) wollte keine Empfehlung im Ministerverfahren abgeben, unterstrich jedoch, die Rahmenbedingungen für einen echten Wettbewerb müssten gesichert werden. GdF setze hohe Erwartungen in den deutschen Gasmarkt und wolle hier eine "starke Machtposition" aufbauen.

Für die Deutsche BP AG bekräftigte Vorstandsmitglied Wilhelm Bonse-Geuking, auch die BP sei entschlossen, eigenständig in den deutschen Markt einzutreten. Allerdings müsse es dafür eine Ministererlaubnis geben, damit sich BP vollständig aus der Ruhrgas zurückziehen könne. Zudem brauche der Konzern einen fairen Zugang zu den Pipelines und damit zu den Kunden in Deutschland. Sollte Eon aber Ruhrgas übernehmen dürfen, werde BP als neuer, starker Wettbewerber nach Deutschland kommen.

Die beigeladenen Händler wie Fortum, Trianel, Statkraft, TXU Europe oder Ampere sowie die Stadtwerke und IPP-Entwickler lehnten eine Ruhrgas-Übernahme durch Eon einheitlich ab. Das am häufigsten genannte Argument war der nicht funktionierende Durchleitungswettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt.

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