Streit um rassistische Aussagen weitet sich aus
Berlin: Steffel zunehmend unter Druck

Nach dem Deutschen Gewerkschaftsbund forderte am Freitag auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy den Berliner CDU-Spitzenkandidaten Frank Steffel auf, wegen angeblich rassistischer Äußerungen im Jugendalter aus dem Wahlkampf auszuscheiden.

ap BERLIN. Die Berliner SPD ermahnte Steffel zu einem sachlichen Wahlkampf. Edathy erklärte als Sprecher der Arbeitsgruppe Rechtsextremismus und Gewalt der SPD-Bundestagsfraktion, Steffel solle seine Kandidatur aufgeben. Es sei nicht normal, Minderheiten zu diskriminieren und zu verspotten. Zuvor hatte Steffel erklärt, er sei ein ganz normaler Jugendlicher gewesen.

Die Hamburger Illustrierte "Max" hatte unter Berufung auf ehemalige Mitschüler Steffels berichtet, der CDU-Politiker habe in seiner Schulzeit verunglimpfende Ausdrücke für Schwarze, Türken und Behinderte benutzt. Steffel habe die Äußerungen in einem "Max"-Interview nicht dementiert und sie mit jugendlichem Überschwang erklärt. Das Magazin veröffentlichte die Tonbandaufzeichnungen des Interviews im Internet. Am Donnerstag hatte Steffel allerdings bestritten, solchen Wortschatz je benutzt zu haben.

Steffels Team hatte die SPD beschuldigt, hinter der Veröffentlichung zu stehen und sie aufgefordert, die Inszenierung von Schlammschlachten zu unterlassen. Der Berliner SPD-Vorsitzende Peter Strieder wies in einem Schreiben an Steffel den Vorwurf als absurd zurück.

Er forderte den CDU-Spitzenkandidaten auf, die Äußerung seines Wahlkampfleiters Volker Liepelt öffentlich zurückzunehmen. Es schade allen politischen Parteien, "wenn der Wahlkampf auf einem derart niedrigen Niveau betrieben wird", schrieb der SPD-Politiker.

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