Streit um Siedler-Politik
Israel ordnet Teilabzug aus Hebron an

Wenige Tage vor dem Besuch eines US-Gesandten hat Israel nach Angaben aus Sicherheitskreisen den teilweisen Abzug seiner Soldaten aus der Stadt Hebron im Westjordanland angeordnet.

Reuters JERUSALEM. Der Teilabzug aus der von Israelis und Palästinensern kontrollierten Stadt solle am Donnerstag abgeschlossen sein, verlautete am Montag aus den Kreisen. Die Palästinenser fordern den kompletten israelischen Abzug sowohl aus Hebron als auch aus allen anderen im Juni nach einer Serie von Selbstmordanschlägen von Israel wiederbesetzten Städten. US-Vermittler William Burns wird Mitte der Woche in Israel erwartet. Für Konflikt innerhalb der Regierungskoalition von Ministerpräsident Ariel Scharon sorgte die Auflösung eines jüdischen Siedlungs-Außenpostens durch die Armee.

Die israelischen Soldaten in Hebron seien angewiesen worden, bis auf zwei alle besetzten Palästinenser-Gebiete in der Stadt wieder zu verlassen, verlautete aus den Regierungskreisen. Die zwei verbleibenden Gebiete würden deshalb nicht geräumt, da von ihnen aus die jüdische Siedlung in der Stadt gut zu überblicken sei. 1997 war in einer Übergangsregelung die Aufteilung der Stadt in einen israelisch und einen palästinensisch kontrollierten Teil vereinbart worden.

Neuer Streit im Kabinett Scharon über Siedler-Politik

Der israelische Teilabzug wurde als Geste des guten Willens anlässlich des Besuchs von Burns in der Region gewertet. Allerdings dürfte die Entscheidung auch für neuen Konfliktstoff im israelischen Kabinett sorgen.

Vertreter der religiösen Parteien und der Siedlerbewegung im Kabinett sind bereits wegen der Räumung des jüdischen Außenpostens Hawat Gilad im Westjordanland erbost. Gegen die von Verteidigungsminister Binjamin Ben-Elieser angeordnete Maßnahme hatten zahlreiche Siedler protestiert. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie junge Siedler israelische Soldaten in Handgemenge verwickelten. Der der Arbeitspartei angehörende Parlamentspräsident, Avraham Burg, warnte: "Die gesamte israelische Gesellschaft muss sich zusammenschließen, um gegen diese jüdische Hamas vorzugehen." Die radikal-islamische Palästinenser-Organisation Hamas hat sich zu zahlreichen Selbstmordanschlägen gegen Israelis bekannt.

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