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Streit unter den Bankengläubigern von Karstadt-Quelle

Mehrere Banken des angeschlagenen Handelskonzerns Karstadt-Quelle haben nach Medieninformationen mit dem Ausstieg aus dem Kreditkonsortium gedroht.

dpa-afx BERLIN/ESSEN. Mehrere Banken des angeschlagenen Handelskonzerns Karstadt-Quelle haben nach Medieninformationen mit dem Ausstieg aus dem Kreditkonsortium gedroht. Wie die Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe) berichtet, ist diese Drohung die Reaktion auf eine Forderung der Norddeutschen Landesbank in Hannover auf Sonderbehandlung. Die Nordlb wolle nur dann im Kreis der Geldgeber bleiben, wenn ihre Karstadt-Kredite in Höhe von 25 Mill. Euro bei der Bedienung bevorzugt behandelt würden. Das jedoch lehnen der Zeitung zufolge mehrere andere Institute ab - und drohen ihrerseits mit dem Ausstieg. Eine Nordlb-Sprecherin wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die in Deutschland vertretende türkische AK Bank, bei der Karstadt mit rund 40 Mill. Euro verschuldet seit, habe intern bereits ihren Auszug aus dem Konsortium angekündigt. Die Nordlb gehört mit ihrem Kreditvolumen zu den kleinen Finanziers von Karstadt-Quelle. Die Bayerische Landesbank soll dem Konzern Brancheninformationen zufolge mit 275 Mill. Euro den höchsten Kredit gewährt haben.

Nach der Einigung des Vorstandes von Karstadt-Quelle mit den Arbeitnehmervertretern in der vergangenen Woche hatte das Konsortium aus mehr als einem Dutzend Banken den Konzern zugesagt, die Kreditlinie von 1,6 Mrd. Euro auf 1,75 Mrd. Euro zu erweitern und die Laufzeit von wenigen Monaten auf drei Jahre auszudehnen.

'Anleger Sollten Sehr Skeptisch Sein' - DSW ZUR Kapitalerhöhung

Ebenfalls in der "Welt" warnte ein Sprecher der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) Kleinaktionäre, leichtfertig an der Kapitalerhöhung teilzunehmen. "Anleger sollten sehr skeptisch sein und überlegen, ob sie ihr Geld wirklich bei Karstadt-Quelle anlegen sollten", zitiert das Blatt den Sprecher. Zum einen sei unklar, ob die Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro überhaupt gelinge, zum anderen berge der Sanierungsplan viele Risiken. "Zudem werden Aktionäre über viele Jahre auf Dividenden verzichten müssen." Rund 30 Prozent der Karstadt-Quelle-Aktien befinden sich in Streubesitz.

Die Karstadt-Quelle-Aktie hat auch am Montag ihre Talfahrt fortgesetzt, holte im Tagesverlauf jedoch ein Teil der anfänglichen Verluste wieder auf und lag zuletzt bei 10,14 Euro. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete den Kursverlust als "technische Reaktion" auf die angekündigte Kapitalerhöhung. Diese komme auf jeden Fall. "Wir werden sie auch in voller Höhe unterbringen", sagte der Sprecher. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung sollen die Karstadt-Quelle-Anteilseigner am 22. November über die geplante Kapitalerhöhung entscheiden.

Wandelanleihe Denkbar - Unternehmenssprecher

In einem zweiten Schritt sei auch eine Wandelanleihe denkbar, so der Sprecher. Entscheidungen darüber seien jedoch noch nicht gefallen. Dem Unternehmen liege jedoch bereits eine Ermächtigung in Höhe von bis zu 600 Mill. Euro vor. Wandelanleihen können innerhalb einer bestimmten Frist in Aktien des jeweiligen Unternehmens umgetauscht werden.

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