Streit verschärft sich
Getränkegroßhandel: Einwegpfand schafft Fairness im Wettbewerb

adx DÜSSELDORF. In der Getränkewirtschaft verschärft sich der Streit um das von der Bundesregierung geplante Zwangspfand auf Einwegflaschen und Getränkedosen. Getränkefachgroßhandel und Umweltverbände warfen den Einzelhandelsverbänden und Dosenabfüllern am Mittwoch Zahlenmanipulation vor. Zur Bewältigung der Rücknahme von Einwegdosen und-flaschen würden in den nächsten Jahren höchstens 30.000 statt der genannten 150 000 Rücknahmeautomaten gebraucht, hoben der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels und die Deutsche Umwelthilfe in einer Erklärung in Düsseldorf hervor.

Die Kosten des Handels für den Aufbau des Einweg-Rücknahmesystems werden sich daher den beiden Organisationen zufolge auf höchstens 900 Mill. Mark statt der vom Einzelhandel genannten vier Mrd. Mark belaufen. Ohnehin würden Händler mit einem geringen Getränkeaufkommen auf Automaten verzichten und per Hand die leeren Flaschen und Dosen zurücknehmen. Darüber hinaus seien durch kombinierte Rücknahmeautomaten für Ein- und Mehrweg weitere Kostensenkungen möglich. Schon jetzt komme das Mehrwegsystem, das rund 70 % aller Getränke umfasst, reibungslos mit bundesweit nur 6.000 Rücknahmeautomaten aus, hieß es.

Nach Einschätzung von Getränkegroßhandel und Umwelthilfe ist das Zwangspfand zum Erhalt der Getränkevielfalt und von 250 000 Arbeitsplätzen im Getränkefachgroßhandel dringend notwendig. Derzeit verschärften immer mehr Brauereien und Großhändler im Lebensmittelhandel mit Dumpingpreisen für die 0,5 Liter-Getränkedose den Verdrängungswettbewerb. Pfand auf Einweg würde daher "Waffengleichheit" schaffen und fairen Wettbewerb sichern. Die geplante Verschärfung der Verpackungsverordnung sieht eine Pfandpflicht in Höhe von 50 Pfennig auf Wein, Fruchtsaft, Wasser, Limonaden und Bier in Einwegflaschen und Dosen vor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%