Streitkräfte kriegsbereit
Rumsfeld: US-Militär ist bereit für Irak-Invasion

Nach dem Truppenaufmarsch der USA und Großbritanniens in der Golf-Region sind die Armeen nach US-Angaben für einen Krieg gegen Irak bereit. Es fehle nur noch ein Befehl von Präsident George W. Bush, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im US-Fernsehen.

Reuters WASHINGTON. Nach Angaben aus US-Militärkreisen haben die USA und Großbritannien mehr als 150 000 Soldaten in der Region in Stellung gebracht. Einem Zeitungsbericht zufolge planen die USA nach einem Krieg Irak völlig unter ihre Kontrolle zu stellen und einen zivilen Verwalter aus den USA einzusetzen. US-Außenminister Colin Powell sagte, in einer neuen Irak-Resolution solle festgestellt werden, dass das Land die Resolution von November nicht erfüllt habe. Irak werde aber vermutlich kein Ultimatum gestellt.

Rumsfeld machte am Donnerstagabend im öffentlich-rechtlichen US-Fernsehen keine Angaben zu der Truppenstärke beider Länder in der Golf-Region. "Ich würde sie als ausreichend charakterisieren." Er bekräftigte, dass sich weitere Staaten einem Krieg gegen Irak anschließen würden. "Es wird eine große Koalition geben", sagte Rumsfeld.

US-Militärkreisen zufolge haben die USA und Großbritannien Dutzende Kriegsschiffe und hunderte Flugzeuge in der Golf-Region zusammengezogen. Bis Ende Februar könne die Zahl der Soldaten auf mehr als 200 000 anwachsen. Zu den Streitkräften sollen in Kürze insgesamt sechs Flugzeugträger gehören, davon fünf aus den USA und einer aus Großbritannien.

Rumsfeld bestätigt: Es gibt umfangreiche Pläne für einen Krieg gegen den Irak

Rumsfeld sagte, das US-Militär sei auch darauf vorbereitet, dass der Streit um eine Nutzung von türkischen Basen für den Aufbau einer Nordfront nicht beigelegt werden könne. Es gebe umfassende Pläne, die eine große Bandbreite von Kriegsverläufen berücksichtigten, von einer Massenkapitulation irakischer Truppen über den Einsatz von chemischen und biologischen Waffen bis hin zu einem Häuserkampf in einer "Festung Bagdad". Die USA haben sich bislang nicht mit der Türkei über Ausgleichszahlungen für kriegsbedingte wirtschaftliche Schäden einigen können.

Die USA und Großbritannien haben Irak mit Krieg gedroht, sollte das Land nicht die Abrüstungsforderungen der Uno erfüllen. Sie bemühen sich derzeit im Uno-Sicherheitsrat um eine zweite Irak-Resolution, die einen Militärschlag rechtfertigen soll. Powell sagte am Donnerstag im Rundfunksender BBC, der Resolutionsentwurf solle die derzeitige Situation beschreiben, wonach Irak nicht die Forderungen der Resolution von November erfüllt habe. "Die Zeit läuft eindeutig ab",sagte Powell. In der neuen Resolution müsse nicht mit einem Militärschlag gedroht werden, da die vorherige diesen bereits ausreichend rechtfertige.

Diplomaten zufolge will der Chef der Uno-Waffeninspektoren, Hans Blix, den 15 Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats eine Liste mit rund 30 ungeklärten Fragen zu Irak vorlegen. Blix wolle dem Rat am 28. Februar oder 3. März einen schriftlichen Bericht zu den Inspektionen vorlegen und vorläufigen Planungen zufolge am 7. März erneut vor dem Rat sprechen. Dort setzen sich unter anderem die Veto-Staaten Frankreich, Russland und China für eine friedliche Lösung des Konflikts ein.

Zeitung: US-Vertreter soll Irak verwalten

Der "Washington Post" zufolge haben die USA Pläne für die Bildung einer Übergangsregierung nach einem Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Ein als Verwalter eingesetzter US-Vertreter solle für eine Übergangszeit den Wiederaufbau des Landes und die Verteilung von Hilfsgütern leiten, berichtete das Blatt am Freitag unter Berufung auf US-Kreise. Der Verwalter solle ernannt werden, sobald das Militär die Sicherheit im Lande hergestellt und die Massenvernichtungswaffen zerstört habe. Als Verwalter könne ein ehemaliger Gouverneur oder Botschafter eingesetzt werden. Eine von irakischen Oppositionellen gebildete Übergangsregierung lehne die US-Regierung ab, hieß es.

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