Streitpunkt bleibt Wochenarbeitszeit
IG Metall im VW-Konflikt "5000 mal 5000" weiter einigungswillig

dpa HANNOVER. Im Konflikt um das VW-Tarifmodell "5000 mal 5000" ist die IG Metall weiterhin einigungswillig. "Volkswagen muss sich aber von der Forderung nach einer 42,5-Stunden-Woche verabschieden und über die materiellen Bedingungen nachdenken. Das ist auch ein Geldproblem", sagte IG Metall - Verhandlungsführer Hartmut Meine am Dienstag in Hannover nach mittlerweile fünf Verhandlungsrunden ohne Annäherung. Die Gespräche um 5000 neuen Arbeitsplätze für 5000 DM (2256 Euro) Bruttoentgelt gehen am nächsten Montag weiter.

Ein grundsätzliches Scheitern schlossen beide Seiten indirekt nicht aus. Streitpunkt blieb die Wochenarbeitszeit. Während VW nach den jüngsten Vorschlägen 42,5 Stunden anstrebt, macht die Gewerkschaft eine Einigung von der 35-Stunden-Woche abhängig. VW bezeichnete die eigenen Vorschläge als "materielle Eckpunkte", bei denen nicht nachgelegt werde.

Meine betonte, die Gewerkschaft werde für das Modell streiten. Allerdings dürfe der Abschluss nicht so gestaltet sein, "dass er an anderer Stelle als Berufungsinstanz für Verschlechterungen bei Arbeitszeit und Geld genutzt werden kann."

Nach den bisherigen Plänen will Volkswagen mit dem neuen Tarifmodell zunächst 3500 neue Arbeitsplätze in Wolfsburg schaffen. Die Beschäftigten sollen vom Herbst 2002 an einen neuen Minivan auf der Basis des VW-Golf herstellen. Dafür verlangt VW flexible Arbeitszeiten, die sich an der Nachfrage orientieren. Die Arbeitszeit soll durchschnittlich 42,5 Wochenstunden betragen. Auf Zuschläge für Sonn- und Nachtarbeit soll verzichtet werden.

Derzeit erhalten VW-Arbeiter am Band in Wolfsburg nach Gewerkschaftsangaben einen durchschnittlichen Stundenlohn von rund 30 DM. Das jetzige Arbeitgeberangebot liege 5 DM niedriger. Die Gewerkschaft will für den Fall, dass VW Arbeitslose einstellt, mit einem Teil der Stunden für die Qualifizierung der Arbeitskräfte über die 35-Stunden-Grenze hinaus zu gehen.

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