Streitpunkt Energie
USA lehnen verbindliche Energie-Ziele ab

Die USA lehnen die Vereinbarung verbindlicher Energie-Ziele beim Weltgipfel in Johannesburg auch nach einem Gespräch mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ab. "Es ist, wenn überhaupt, nur minimale Bewegung in diesem Punkt zu sehen", sagte Trittin in einem dpa-Gespräch nach einem Treffen mit US- Chefunterhändlerin Paula Dobriansky.

HB JOHANNESBURG. Trittin ist seit Freitag in Johannesburg und derzeit ranghöchster Vertreter der Bundesregierung beim Weltgipfel. Es sei nicht abzusehen, ob sich die USA während der Konferenz noch zum Umdenken bewegen ließen, sagte er. Energie ist eines der zentralen umstrittenen Themen bei der Konferenz.

Die EU setzt sich für einen Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien auf weltweit 15 Prozent bis 2010 ein. Außerdem müssten die Industriestaaten im selben Zeitraum ihren Anteil um jeweils zwei Prozentpunkte aufstocken. Die USA stehen der Vereinbarung neuer Ziele und konkreter Zeitpläne in dem Aktionsplan, den die Konferenz zu drängenden globalen Problemen verabschieden soll, grundsätzlich ablehnend gegenüber.

Derzeit könne man noch nicht sagen, ob die Konferenz insgesamt ein Erfolg werde, sagte Trittin. "Es ist Bewegung drin. Wie gut das Ergebnis ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen." Zur Kritik von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, die bisher vereinbarten Ziele seien zu schwammig, sagte der Minister: "Gelegentlich muss man Kompromisse machen."

USA betrachten Atomkraft als saubere Energie

Beim umstrittenen Thema Subventionen wird die EU ihre Haltung laut Trittin im Laufe der Konferenz möglicherweise noch einmal ändern. Entgegen der Forderung Deutschlands und der Entwicklungsländer hatte die EU beschlossen, sich zunächst nicht für den Abbau wettbewerbsverzerrender Subventionen in den Industriestaaten einzusetzen. Trittin sagte, seiner Ansicht nach werde die Konferenz nicht am Streit über den Subventionsabbau scheitern.

Trittin betonte, Atomkraft sei ungeeignet, um die Energieprobleme der Entwicklungsländer zu lösen. Die Vereinigten Staaten schließen das hingegen nicht aus und betrachten Atomkraft als saubere Energie (clean energy). "Das ist nicht unsere Auffassung", sagte Trittin.

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