Strenge Sicherheitsvorkehrungen
Schüler kündigt Selbstmordattentat an

Mit einer Leibesvisitation der Schüler haben am Montag die mündlichen Abiturprüfungen im niedersächsischen Varel begonnen. In einem anonymen Drohbrief hatte ein Schüler ein Selbstmordattentat angekündigt.

dpa VAREL/OLDENBURG. Das Schreiben war bereits am vergangenen Donnerstag per Post beim Lothar-Meyer-Gymnasium eingegangen - also einen Tag vor dem Amoklauf mit 17 Toten in einer Erfurter Schule. Der Brief werde nicht als "üblicher Abiturientenscherz" bewertet, sagte der stellvertretende Direktor der Polizei Weser-Ems, Dieter Buskohl, am Montag in Oldenburg.

"Alle werden büßen", heißt es in dem Brief, der an den stellvertretenden Schulleiter adressiert ist. Aus "Wut" über die "unmöglichen Bedingungen an unserer Schule" werde er seinem Leben ein Ende setzen und dabei "unschuldige Schülerinnen und Schüler mit in den tragischen Tod nehmen". Er schreibe den Brief, "weil mein Gott es befahl" und damit der Empfänger sich "retten" könne.

Erste Sicherheitsmaßnahmen seien bereits am Freitag vor Bekanntwerden des Erfurter Amoklaufes getroffen worden, hieß es am Montag. Polizeibeamte hätten das Gymnasium "verdeckt beobachtet". Um "Presserummel vor Ort zu vermeiden", habe es jedoch keine öffentliche Information gegeben. Die Eltern seien per Brief eingeweiht worden.

Allen Abiturienten sei freigestellt worden, die mündliche Prüfung unter diesen Umständen zu einem späteren Termin nachzuholen. "Von diesem Angebot hat am Montag niemand Gebrauch gemacht", sagte Schulleiter Walter Zulauf. Während der Prüfungen der rund 50 Abiturienten hatten alle anderen Schüler wie geplant frei. Der normale Unterricht soll am Donnerstag unter Polizeischutz und mit psychologischer Betreuung vor Ort weitergehen.

Hinweise auf den anonymen Schreiber erhofft die Sonderkommission in Varel sich von einem schulinternen Informationsabend mit Eltern und Schülern, der für Montag geplant war. Stil und Inhalt des Briefes erlaubten keine Rückschlüsse auf die Gruppe jener Schülerinnen und Schüler, die nicht zum Abitur zugelassen worden seien oder durch die Reifeprüfung zu fallen drohten.

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