Strittige Musikdateien werden aus dem Angebot herausgefiltert
Napster findet Partner für Urteilsumsetzung

Gut eine Woche nach dem Richterspruch im Rechtsstreit um kostenlose Musik aus dem Internet hat die Online-Tauschbörse Napster mit dem US Gracenote Inc-Unternehmen eine Vereinbarung geschlossen, um strittige Musiktitel aus seinem Angebot zu entfernen

Reuters LOS ANGELES. Mit Gracenote, einem Hersteller von Anwendungen zur Musikerkennung, habe die Tauschbörse schon seit Monaten eine mögliche Partnerschaft erwogen, teilte Napster am Dienstag mit. Durch die Zuammenarbeit werde es besser möglich sein, strittige Musikdateien aus dem Angebot herauszufiltern. "Wir setzen bei unseren Anstrengungen, den Richterspruch zu erfüllen, alle Hebel in Bewegung", sagte Napster-Chef Hank Barry. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht mitgeteilt.

Bisher können Napster-Nutzer bestehende Filter leicht umgehen, indem die Namen von Titeln oder Interpreten leicht verändert werden. Es reichen eine andere Schreibweise oder das Einfügen von Zahlen, um die Filter auszuschalten. Dazu sagte Cracenote-Präsident David Hyman, sein Unternehmen arbeite daran eine Anwendung zu entwickeln, um Napster mit einer umfangreichen Liste möglicher Variationen in den Schreibweisen zu versorgen. Die Gracetone-Tochter CDDB besitzt nach Unternehmensangaben eine Datenbank mit rund neun Mill. Titeln und 850 000 Alben. Diese würden vor allem von PC-Nutzern verwendet, die CDs in MP3-Datein umwandeln, hieß es weiter. Das CDDB-Programm berechne die zeitliche Signatur der Stücke auf einer CD und gleiche diese Informationen dann mit der Datenbank ab, wobei dem Nutzer der richtige Titelname angegeben werde. Cracenote verfügt dabei nach Angaben von Hyman über eine Vielzahl von Varianten und anderen Schreibweisen für jedes File.

Napster muss der einstweiligen Verfügung zufolge bis Mittwoch 135 000 urheberrechtlich geschützte Songs vom Tausch über die Website www.napster.com ausschließen, um einer Schließung zu entgehen. Die Musikindustrie wirft Napster Musikpiraterie vor und hatte das Start-Up-Unternehmen aus dem kalifornischen Redwood City verklagt. Die vor knapp zwei Jahren von dem US-Teenager Shawn Fanning entwickelte Tauschbörse hat inzwischen mehr als 60 Mill. registrierte Nutzer. Sie können über Napster Musikstücke suchen und als komprimierte Dateien kostenlos herunterladen.

Zuletzt hatten sich die Online-Tauschbörse Napster und die US-Musikindustrie gegenseitig Missachtung des Urteils vorgeworfen. Die Liste mit Musiktiteln, die aus dem Napster-Angebot entfernt werden sollen, entspreche in weiten Teilen nicht den Anforderungen des Gerichts, hieß es von Napster-Seite. So bestehe die Liste von Sony Music zur Hälfte aus Künstlern und Titeln, aber nicht aus Dateinamen. Die Musikindustrie warf Napster dagegen vor, sich dem Urteil nicht beugen zu wollen.

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