Strom-Fusionen gehen nach den Kartell-Entscheidungen zügig an den Start
Eon ist einen Tick schneller als RWE

ews/jsn DÜSSELDORF. Der deutsche Strommarkt wurde im Frühjahr vergangenen Jahres vollständig geöffnet. Durch den rapiden Preisverfall zwischen 30 und 50 % wurden die Ergebnisse der Unternehmen schwer belastet. Rationalisierungsmaßnahmen wurden verstärkt und die Gerüchte über nationale Fusionen immer lauter.

Ende Juli 1999 berichtete das Handelsblatt erstmals über die geplante Verschmelzung von Viag auf Veba. Erst einen Monat später wurde dies offiziell bestätigt, Ende September besiegelt. Im Oktober zog dann RWE nach - die Fusion mit der VEW soll der erste Schritt sein, um das von Vorstandschef Dietmar Kuhnt definierte Ziel zu erreichen: Bis 2010 will RWE 150 Mrd. DM umsetzen und einen Marktanteil von 15 % im Stromgeschäft in Europa erreichen.

Bei der Umsetzung der Fusionen ist die neue Eon AG von Veba und Viag einen Tick schneller. Ihre Hauptversammlungen haben schon Anfang dieses Jahres zugestimmt. VEW und RWE wollen das Votum ihrer Anteilseigner, davon ein gutes Drittel kommunale Aktionäre, am 27. und 29. Juni erhalten. Nach der endgültigen Freigabe des Kartellamtes - spätestens am 10. Juli - kann die Verschmelzung rückwirkend zum 1. Juli eingetragen werden. Zur Klärung stehen noch einige kleinere, aber lösbare offene Fragen bei der Gasdurchleitung an.

Den Weg zum Handelsgericht will Eon am 16. Juni gehen. Das gestern endgültig grüne Licht der EU-Kommission läßt diesen Zeitplan zu. Die Viag-Aktien sollen dann am kommenden Montag aus dem Deutschen Aktienindex (DAX) herausgenommen werden; im Gegenzug werden die Veba-Aktien in Eon umgetauft und mit dem Gewicht des neuen Gemeinschaftsunternehmens im Index berücksichtigt. Der frei werdende Platz im DAX aus 30 Standardwerten soll der Siemens-Tochter Infineon AG zufallen.

Die Kurse der vier Fusionskandidaten profitierten nicht von der allgemein erwarteteten Freigabe: Veba ging um 0,22 % auf 53,28 EUR zurück, Viag um 1,21 % auf 21,17 EUR. RWE sank um 0,89 % auf 39,99 EUR und VEW lagen mit 200 EUR unverändert.

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