Strom vorsorglich abgeschaltet - Jetzt Bahamas im Visier
Hurrikan "Michelle" verwüstet Kuba

Der Hurrikan "Michelle" hat auf Kuba eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nach ersten Schadensbilanzen richtete der Sturm große Schäden in der Landwirtschaft an, deckte in Havanna zahlreiche Häuser ab, warf reihenweise Bäume, Licht- und Telefonmasten um und sorgte damit auf fast der ganzen Karibikinsel für Stromausfälle und eine Unterbrechung der Telefonverbindungen.

dpa MANAGUA/MIAMI/HAVANNA. Tote oder Verletzte wurden aus Kuba nicht gemeldet. Am Montag zog der Hurrikan in Richtung Bahamas weiter und schwächte sich dabei deutlich ab.

Wie der amerikanische Fernsehsender CNN berichtete, machte sich Staats- und Parteichef Fidel Castro am Montag ein Bild von den Schäden und besuchte auch einige hundert verschreckte Touristen in einem Hotel, um sie "aufzumuntern", wie es hieß. "Der Zyklon wird uns nicht kleinkriegen", sagte Castro vor Journalisten. Berichten des kubanischen Fernsehens zufolge werden vor allem in den Zitruskulturen, den Zuckerrohrfeldern und auf den Kaffeeplantagen empfindliche Schäden befürchtet.

Am Montagvormittag (Ortszeit) hatte der Wirbelsturm Kuba hinter sich gelassen und bewegte sich auf die Bahamas zu. Nach Angaben des US-Hurrikan-Zentrums in Miami (Florida) lag das Zentrum von "Michelle" um 13.00 Uhr MEZ 285 Kilometer südöstlich von Miami. Der Sturm zog mit 28 Stundenkilometern in nordöstliche Richtung weiter. Seine Windgeschwindigkeiten hatten sich auf 130 Stundenkilometer verringert.

Der kubanische Zivilschutz hatte bis Sonntagabend fast 700 000 Menschen im Großraum Havanna und in der westlichen Provinz Pinar del Rio vorsorglich in Sicherheit gebracht. Die mehr als 10 000 ausländischen Touristen seien in ihren Hotels in Sicherheit gewesen, hieß es.

"Michelle" galt als der schwerste Wirbelsturm über Kuba seit 50 Jahren. Er hatte vor einer Woche zunächst als einfaches tropisches Tiefdruckgebiet in den Küstenregionen von Honduras, Nicaragua und Costa Rica Überschwemmungen angerichtet und schon zwölf Menschenleben gefordert. Von Honduras aus war "Michelle" dann plötzlich auf Nordkurs gegangen und hatte über der warmen Karibik gewaltig an Stärke zugelegt. Am Sonntagabend traf "Michelle" an der Südküste Kubas im Bereich der Halbinsel Zapata auf Land. Sturmböen mit weit über 200 Kilometern pro Stunde peitschten das Meer auf und bis zu sechs Meter hohe Brecher rollten auf die Küste zu. Heftige Regenfälle sorgten für Überschwemmungen.

Im Süden Floridas waren die Touristen schon am Samstag zum Verlassen der Region aufgefordert worden. Der Gouverneur des US- Bundesstaates und Bruder des US-Präsidenten George W. Bush, Jeb Bush, rief den Alarmzustand aus.

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