Stromausfall in Hannover
Ausfall des Xetra-Systems nutzt Regionalbörsen nicht

Gerne hätten die Regionalbörsen mehr Kapital aus den Ausfall des Xetra-Systems geschlagen. Aber deren Handel bliebt ruhig. Mit Ausnahme von Hannover: Dort gab es einen Stromausfall.

dpa / FRANKFURT. Der elektronische Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse hat am Dienstag zwei Stunden lang am Boden gelegen. Während auf dem Parkett wie in alten Zeiten die Aktien den Besitzer wechselten, wurden in dem als ausfallsicher gepriesenen "Exchange Electronic Trading"-System (Xetra) erst mit zwei Stunden Verspätung um 11.00 Uhr die ersten Preise ausgewiesen.

Die Regionalbörsen konnten aus der Panne beim übermächtigen Branchenprimus allerdings keinen Vorteil ziehen. "Wir hätten auf unserem Parkett gerne mehr vom Ausfall des Xetra-Handels in Frankfurt profitiert, aber es ist ruhig geblieben," sagte Thomas Dierkes, Justiziar der Börse Düsseldorf.

Die auf Xetra angewiesenen Wertpapierhändler in den Banken sahen am Morgen auf schwarze Bildschirme. Die Anmeldung von Teilnehmern an das Handelssystem sei teilweise gestört gewesen, erklärte die Deutsche Börse. Wie viele der 600 weltweit angeschlossenen Partner betroffen waren, teilte die Börse nicht mit.

Es war bereits der dritte Ausfall des Xetra-Handels. Im Juli 2000 standen die Rechner dreieinhalb Stunden still. Damals konnten sich die Handelsteilnehmer nicht mehr auf dem Xetra-Rechner anmelden, weil sie sich technisch nicht auf dem Server identifizieren konnten. Im November des vergangenen Jahres blieben die professionellen Anleger weitere zwei Stunden vom Handel ausgeschlossen. Für diese Störung machte die Deutsche Börse einen Fehler im Netzwerkprogramm des Betriebssystems verantwortlich, das die Verbindung der Zentralrechner mit den Handelssystemen steuert.

"Es waren bisher verschiedene Fehlerquellen, aber auch die heutige Störung hatte nichts mit dem Xetra-System an sich zu tun," erklärte Frank Hartmann, Sprecher der Deutsche Börse AG, am Dienstag. Grund für die neue Störung seien fehlerhafte Datensätze bei neu eingepflegten Wertpapieren gewesen.

"Die Regionalbörsen sind von dem wiederholten Ausfall nicht betroffen," sagte Hans-Joachim Hülsberg, stellvertretender Leiter der Handelsüberwachung an der Düsseldorfer Börse. Diese nutzten ein alternatives Softwaresystem des Frankfurter Unternehmens BrainTrade, die sich im Besitz einiger Regionalbörsen befindet. Dort pocht man darauf, seit 1992 keinen Komplettausfall produziert zu haben.

Den Börsianern an der Regionalbörse Hannover nutzte diese Zuverlässigkeit ihres Systems am Dienstag aber nichts: Dort legte ein Stromausfall ebenfalls den kompletten Börsenhandel in den ersten Handelsstunden lahm.

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