Stromgeschäft profitiert von höheren Preisen
RWE: International absichern

An die Tradition erinnern nur noch die ersten beiden Buchstaben des Namens RWE: rheinisch-westfälisch. Aus dem regionalen Stromanbieter ist ein Weltkonzern geworden mit den vier Kerngeschäftsfeldern Strom, Wasser, Gas und Umwelt.

DÜSSELDORF. In Großbritannien kaufte das Unternehmen den Wasserversorger Thames Water und den Stromanbieter Innogy. In den USA folgte American Water Works, in Tschechien Transgas. Inzwischen ist RWE beim Strom Nummer drei in Europa, in der Wasserversorgung halten die Essener, die zum Ende des Geschäftsjahres 2002 auf einen Umsatz von circa 56 Milliarden Euro kommen, den globalen Platz drei. Beim Gas ist man in Deutschland auf dem zweiten Rang. Die Umweltsparte kam mit der Spendenaffäre der Beteiligung Trienekens ins Gerede. Inzwischen stockte das RWE den Trienekens-Anteil auf 100 Prozent auf - vermutlich, um das Gesamtunternehmen zu verkaufen. Zuletzt schaffte RWE mit der Berufung des Niederländers und Shell-Vorstandes Harry Roels als Konzernchef einen weiteren Schritt zur Internationalisierung. Roels wird demnächst viel reisen müssen - um die akquirierten Unternehmen zu konsolidieren. Bis Ende 2003 ist die Trennung von den nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten geplant. Zum Verkauf stehen Heidelberger Druck, Hochtief und RWE Dea. Das soll rund fünf Milliarden Euro in die Kasse bringen - wichtig zum Abbau der auf 23 Milliarden Euro angeschwollenen Nettoverschuldung. Bis 2004 will man zudem Kosten in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro einsparen.

Im Tagesgeschäft macht das RWE seine Hausaufgaben. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2002 um 5,1 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro, das Nettoergebnis um 9,1 Prozent auf 693 Millionen Euro. Das Stromgeschäft profitierte von höheren Preisen. An der Börse kostet RWE weniger als die Hälfte des Jahresumsatzes. Nach 20-prozentigem Kursrückgang seit dem 2001er-Höchst, einer Bewertung mit dem 15-fachen der 2003er-Gewinne sowie der Management-Internationalisierung ist die Aktie interessant. Und angesichts der schlechten Börsenlage eine defensive Absicherung.

Quelle: Wirtschaftswoche

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%