Stromversorger
Landgericht untersagt Eon vorerst Bewag-Verkauf

Die HEW zeigt sich trotz Einstweiliger Verfügung und Widerstand seitens Bewag-Anteilseigner Southern Energy zuversichtlich, die 49-prozentige Beteiligung der Eon zu erhalten.

Reuters HAMBURG. Die Hamburgischen Elektrizitäts-Werke (HEW) bleiben trotz einer einstweiligen Verfügung des Berliner Landgerichts gegen den Energieversorger Eon Energie AG zuversichtlich, wie geplant die 49- prozentige Beteiligung der Eon am Berliner Stromversorger Bewag zu erhalten. "Wir sind zuversichtlich, dass dies klappt", sagte ein HEW-Sprecher am Montag. Die HEW gehe davon aus, dass Eon den geplanten Verkauf ihrer Bewag-Anteile sorgfältig geprüft habe. "Wie verfolgen alles völlig entspannt und unaufgeregt."

Das Landgericht Berlin hatte zuvor Eon den Verkauf seiner Bewag-Anteile an HEW vorläufig untersagt. Das Gericht habe auf Antrag von Finanzsenator Peter Kurth (CDU) eine einstweilige Verfügung gegen die Eon-Tochter Eon Energie AG erlassen, teilte der Berliner Senat am Montag mit. Demnach sei es dem Unternehmen untersagt, ihre 1997 vom Land Berlin erworbenen Bewag-Aktien ohne Zustimmung des Landes zu verkaufen

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Eon will seine Beteiligung in Höhe von 49 % an der Bewag im Rahmen eines ganzen Bündels von Umschichtungen von Anteilen an die HEW verkaufen. Damit würde die HEW Mehrheitsaktionär der Bewag werden. Das Hamburger Unternehmen will darüberhinaus weitere 9,5 % von institutionellen Anlegern an der Bewag übernehmen und zum vierten großen Energieversorger in Deutschland aufsteigen.

Stärkung des Standortes Berlin

Der Berliner Senat teilte mit, noch in dieser Woche würden weitere Gespräche geführt, um die Vorstellungen beider Seiten über die Zukunft der Bewag und "die Stärkung des Standortes Berlin" zu erörtern. Ein Senatssprecher machte keine weiteren Angaben zum Stand der Gespräche. Man wolle zunächst das Konzept der beteiligten Unternehmen abwarten. In Berlin wird nach Einschätzung von Experten befürchtet, dass die Bewag wegen der Überkapazitäten auf dem Strommarkt nur noch Stromverteiler werde und die eigenen Kraftwerke nicht mehr gebraucht würden.



Eon

zeigte sich überrascht über die Einstweilige Verfügung. Ein Unternehmenssprecher sagte, man habe diese angesichts der laufenden Gespräche mit dem Senat nicht erwartet. Weitere Angaben zum Stand der Verhandlungen machte er nicht. Das Unternehmen müsse zunächst die Einstweilige Verfügung prüfen.

Southern Energy leistet Widerstand

Zuletzt hatte bereits der Bewag Southern Energy Inc-Anteilseigner Widerstand gegen die Pläne von Eon angekündigt, seine Beteiligung an dem Berliner Stromversorger zu verkaufen. Dieser Verkauf erfordere seine Zustimmung, und er werde nicht zu Stande kommen, kündigte Southern am Samstag an. Der US-Konzern hielt zuletzt 26 % der Bewag-Anteile und ist selbst daran interessiert, diesen Anteil aufzustocken.

Eon bekräftigte jedoch, Southern Energy könne den geplanten Verkauf der Bewag-Anteile nicht verhindern. Es gebe keinerlei Vorverkaufsrechte und auch keine Zustimmungspflichten zwischen den Partnern Southern und Eon Energie, sagte der Unternehmensprecher. Die Eon musste aus kartellrechtlichen Gründen Anteile an anderen Versorgern abgeben.

Die HEW weiter auf Expansionskurs

HEW hat angekündigt, mit dem schwedischen Energieversorger Vattenfall bis zum Jahresende auch den angeschlagenen ostdeutschen Versorger Veag zu übernehmen. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte in Berlin, die Bundesregierung werde einem Verkauf des früheren Treuhand-Unternehmens Veag aber nur zustimmen, wenn das vereinbarte Stabilisierungsmodell eingehalten werde. Dieses sieht vor, dass die Veag eine bestimmte Menge Strom jährlich zu einem bestimmten Preis absetzen kann. Zum Streit zwischen Eon und Southern Energy sagte der Sprecher, dies sei Sache der Unternehmen.

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