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Struck: „Es war ein Schlaganfall“

Knapp zehn Wochen nach seinem Zusammenbruch hat Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) eingeräumt, dass er einen Schlaganfall hatte. „Ich habe in der Nacht vom 9. zum 10. Juni einen leichten Schlaganfall erlitten“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

dpa BERLIN. Knapp zehn Wochen nach seinem Zusammenbruch hat Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) eingeräumt, dass er einen Schlaganfall hatte. "Ich habe in der Nacht vom 9. zum 10. Juni einen leichten Schlaganfall erlitten", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Das Ministerium hatte bisher von einem Schwächeanfall gesprochen. Struck dementierte Berichte, er komme nur für eine Übergangszeit zurück: "Ich habe dem Kanzler gesagt: Du kannst auf mich zählen. Bis 2006 auf jeden Fall - und wenn der Wähler es will, dann auch darüber hinaus."

Der Minister nahm am Montag seine Amtsgeschäfte in Berlin wieder auf. Am Dienstag startet Struck im schleswig-holsteinischen Appen einen Reihe von Truppenbesuchen quer durch Deutschland. Nach Angaben des Ministeriums ist er erholt und will das Rauchen aufgeben.

Bereits wenige Tage nach Strucks Ausfall war spekuliert worden, dass es sich um einen Schlaganfall handelte. Das Ministerium blieb aber bei der Darstellung, es sei ein Schwächeanfall gewesen.

Im ersten Interview seit seinem Zusammenbruch sagte der 61-Jährige, Dank der Behandlung in dem Berliner Universitätsklinikum Charité sei er wieder fit: "Die gesundheitlichen Probleme sind ausgeräumt - und ich bin wieder hundertprozentig einsatzfähig." Ende der 80er Jahre hatte Struck bereits zwei Herzinfarkte. Vor vier Jahren wurde er an der Halsschlagader operiert.

Der Minister kam nach Angaben seines Sprechers Norbert Bicher am Montag "ohne Pfeife" zum Dienst und hat sich vorgenommen, mit dem rauchen aufzuhören. An seinem ersten Arbeitstag informierte er sich über die aktuelle Lage und sprach mit Staatssekretär Peter Eickenboom und Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan. Im Inland stehen Struck in den nächsten Monaten Auseinandersetzungen über das geplante neue Stationierungskonzept mit 100 Standortschließungen bevor. Bis Jahresende will er bekannt geben, welche Orte betroffen sind.

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Auszeit an diesem Dienstag in der Unteroffizierschule in Appen dürfte sich Struck sowohl zu seiner Krankheit als auch zu aktuellen Themen der Bundeswehr äußern. Bis zum 31. August will der Minister elf Standorte besuchen, darunter Potsdam, Leipzig, Schwerin und Trier.

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