Strukturierungsprogramm sieht Abbau von 26 000 Stellen vor
Chrysler-Chef: Diesel-Pkw in den USA nur geringe Chancen

Chrysler-Chef Dieter Zetsche sieht auf dem nordamerikanischen Markt auch langfristig nur eingeschränkte Chancen für Diesel-Pkw. "Die dramatische technologische Entwicklung, die der Diesel in den letzten fünf Jahren in Europa genommen hat, wurde hier nicht erlebt", sagte der Chef des amerikanischen Konzernteils von Daimler-Chrysler in einem dpa-Gespräch in der Chrysler-Zentrale in Auburn Hills (US-Bundesstaat Michigan).

dpa-afx AUBURN HILLS. Auf Grund von negativen Erfahrungen in der Vergangenheit werde der Dieselantrieb in Pkw von Amerikanern überwiegend kritisch gesehen. Außerdem sei der Treibstoff an Tankstellen meist nur an den Zapfsäulen für Lkw verfügbar. Die 2007 in Kraft tretenden verschärften Emissionsanforderungen stellten außerdem "schwer überwindbare Hürden" für die Autobauer dar. Während in Deutschland in diesem Jahr mehr als jeder dritte neue Pkw mit Diesel fährt, ist der Anteil in den USA verschwindend gering.

Chrysler werde jedoch für neue Fahrzeuge mit Potenzial auch außerhalb Nordamerikas künftig von Anfang an Diesel-Varianten einplanen. Diese Antriebe würden dann innerhalb des Konzerns auf Basis von Mercedes-Benz-Motoren entwickelt. Der US-Autohersteller will seinen Anteil in Europa und anderen Regionen der Welt, der derzeit nur bei 8 % des Gesamtabsatzes liegt, pro Jahr um rund 5 % steigern. "Wir müssen aber anerkennen, dass wir keine Produkte für Europa entwickeln können, die sich nicht auch in den USA absetzen lassen", betonte Zetsche.

Für den neuen Pick-Up Dodge Ram, der in den nächsten Wochen in den USA in den Handel kommt, will Chrysler ab dem kommenden Jahr etwa wieder den Marktanteil des Vorgängermodells in Höhe von 20 % erreichen. "Das Wettbewerbsumfeld ist deutlich stärker geworden", sagte der Chrysler-Chef. "General Motors und Ford führen einen "truck war", und mit Toyota ist ein neuer Konkurrent hinzugekommen." Wichtig sei, dass ein reibungsloser Übergang vom alten zum neuen Produkt glücke. "Das ist uns beim Minivan (Voyager) nicht so sonderlich gut gelungen." Ende 2001 sollten daher keine Einheiten des alten Dodge Ram mehr bei den Händlern stehen.

Zetsche zeigte sich zuversichtlich, die in den USA üblichen Rabatte beim Autokauf in Zukunft wieder senken zu können, legte sich aber nicht auf einen Zeitrahmen fest. "Wir wollen unsere Produkte in den Vordergrund stellen", meinte der 48-Jährige. Nach Medienberichten hat Chrysler im Juni einen durchschnittlichen Preisnachlass in Höhe von 2 547 $ (5 721 DM) je Auto gewährt. Das waren 303 $ mehr als im Vorjahresmonat und 556 $ mehr als der Branchenschnitt.

Chrysler will im Zuge seines Restrukturierungsprogramms, das unter anderem einen Stellenabbau von 26 000 Jobs umfasst, bei den Kosten auch im dritten und vierten Quartal seine Ziele erreichen oder sogar übertreffen. Der Unternehmensteil hatte in der vergangenen Woche einen niedrigeren Verlust im zweiten Quartal als zunächst erwartet bekannt gegeben. Schwerer zu kalkulieren sei die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Automobilsektor. Skeptisch, aber gelassen gab sich Zetsche mit Blick auf die Konkurrenz: "Wir müssen akzeptieren, dass wir am Ende des Jahres wohl etwas unter dem ursprünglichen Ziel von 14 % Marktanteil bleiben werden, was aber bisher vom stärkeren Gesamtmarkt gut ausgeglichen wurde."

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