Strukturkrise bleibt
Japanische Großbanken peilen Gewinne an

Die viertgrößte japanische Bankengruppe UFJ Holdings hat den Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr verringert und erwartet im laufenden Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone.

HB/dpa TOKIO. Der Nettofehlbetrag sank zum Bilanzstichtag auf 96,7 Mrd. Yen (70 Mio Euro) nach 277,9 Mrd Yen im Vorjahr. Auch die beiden kleinsten der sieben japanischen Großbanken, Mitsui Trust Holdings und Sumitomo Trust and Banking, erwarten im laufenden Jahr die Rückkehr in schwarze Zahlen.

Doch könnte es nach Ansicht von Analysten für Japans Banken angesichts der andauernden Deflation und Wirtschaftsflaute schwer werden, die Prognosen zu erfüllen. Nicht zuletzt in Folge des andauernden Preisverfalls und dadurch drohender weiterer Firmenpleiten müssen die Finanzinstitute mehr Rückstellungen für Abschreibungen auf faule Kredite vornehmen. "Die Banken können nicht besser sein als ihre Unternehmenskunden", erklärte Jesper Koll, Chefökonom bei Merrill Lynch Japan, der dpa. "Die Strukturproblematik in Japans Finanzwesen bleibt im Sog der Deflationsdynamik gefangen."

Vor einer Woche hatte die Regierung der fünftgrößten Bankengruppe des Landes, Resona, wegen drohender Unterkapitalisierung Steuergelder in erwarteter Milliardenhöhe zugesagt, um eine landesweite Finanzkrise zu vermeiden. Nach Ansicht von Analysten könnte sich der Fall Resona bei anderen japanischen Banken wiederholen. Auch wenn einige der Institute nun wieder schwarze Zahlen anpeilten, bleibe das Problem der Bankenmisere dasselbe, erklärte Koll. Während die Zahl der Problemkredite offiziell auf rund 50 Billionen Yen veranschlagt werden, schätzten Analysten sie doppelt so hoch ein.

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