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Studie: Bessere Bildung ist Schlüssel für Integration

Bessere Bildung ist nach einer Studie zur Lebenslage von Mädchen aus Einwandererfamilien der Schlüssel zur erfolgreichen Integration. Vor allem beim Spracherwerb müsse Förderung ansetzen.

dpa BERLIN. Bessere Bildung ist nach einer Studie zur Lebenslage von Mädchen aus Einwandererfamilien der Schlüssel zur erfolgreichen Integration. Vor allem beim Spracherwerb müsse Förderung ansetzen.

"Viele junge Migrantinnen legen großen Wert auf einen guten Schulabschluss, doch was sie real erreichen, bleibt hinter diesem Wunsch häufig weit zurück", sagte Marieluise Beck, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, am Dienstag bei der Präsentation der Studie "Viele Welten leben" in Berlin.

Für die Untersuchung wurden 950 vorwiegend in Deutschland geborene Mädchen zwischen 15 und 21 Jahren befragt. Sie stammen aus griechischen, italienischen, jugoslawischen und türkischen sowie aus Aussiedlerfamilien.

Zwei Drittel der Befragten kommt aus Familien mit niedrigem sozialen Status. "Und seit Pisa ist klar: Es gibt kein anderes Land, in dem die soziale Herkunft für die Bildungschancen so entscheidend ist", sagte Beck. Um die Aussichten auf eine erfolgreiche Ausbildung zu verbessern, müssten Kinder aus Einwandererfamilien daher schon frühzeitig im Spracherwerb gefördert werden. Schon jetzt sei die Mehrheit der Mädchen zweisprachig aufgewachsen.

Der Großteil der jungen Frauen äußerte sich in der Studie zufrieden über ihre Situation und sei gern in Deutschland. Die meisten wollen auch in Zukunft in Deutschland leben. Zweisprachigkeit und die Kultur des Herkunftslandes sollten aber in der Familie erhalten bleiben.

Laut der Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums schafft bessere Bildung für künftige Generationen die Basis für eine eigene wirtschaftliche Existenz. "So wird ein kooperatives und friedliches Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten ermöglicht", sagte die Autorin der Studie, Yasemin Karakasoglu.

Nach Ansicht ihrer Kollegin, Ursula Boos-Nünning, geht die Debatte um Integration von Zuwanderern und um Parallelgesellschaften an der Lebenswirklichkeit von Mädchen mit Migrationshintergrund vorbei. Zwangsverheiratete türkische Mädchen aus muslimischen Familien seien Einzelfälle, dürften aber nicht auf die Mehrzahl der Frauen übertragen werden. elf Prozent der türkischstämmigen Mädchen akzeptiere die "arrangierte Ehe". Die Heirat eines deutschen Mannes konnte sich die große Mehrheit der Befragten nicht vorstellen.

Die befragten Mädchen hätten im Vergleich zu Gleichaltrigen deutscher Abstammung eine viel stärkere Bindung an ihre Familien und an Religion. So wollen viele junge Frauen die von der Familie gestellten Erwartungen erfüllen und Traditionen an eigene Kinder weitergeben. Eine Anpassung an deutsche Lebensformen werde abgewehrt.

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