Studie: Bildungsniveau in den Beitrittsländern ist solide
Neue EU-Bürger haben gute Aufholchancen

Die Neumitglieder der EU können den Wohlstandsabstand zu den bisherigen Mitgliedern aufholen. Das ist das Fazit einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Der Grund ist die größtenteils solide Ausbildung der Bevölkerungen.

DÜSSELDORF. "Die Menschen in Mittel- und Osteuropa halten in Sachen Bildungsniveau mit den EU-15 gut mit und erfüllen damit eine wichtige Voraussetzung, um in Sachen Wohlstand zum Westen aufzuschließen", heißt es in der Studie. "Der Anteil der formal mittel und höher qualifizierten Bevölkerung liegt in allen Beitrittsstaaten über dem EU-Durchschnitt von 63,5 Prozent", sagt IW-Bildungsexperte Axel Plünnecke dem Handelsblatt.

Mit der Erweiterung zum 1. Mai 2004 treten der EU zehn neue Mitglieder bei. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag dabei 2003 zwischen 7000 Euro in Bulgarien und 16 700 Euro in Slowenien. Der Durchschnitt in der Union beträgt 24 300 Euro. Für die Neuen gibt es also trotz ordentlicher Wachstumsraten jede Menge aufzuholen - "Humankapital" spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Tatsächlich machen deutsche Firmen die sich schon in den vergangenen Jahren in Ost- und Mitteleuropa engagiert haben, gute Erfahrungen. "Sie haben in der Regel keine Probleme, die Mitarbeiter zu finden, die sie benötigen", sagt Dagmar Boving, Expertin für Osterweiterung beim Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK). Oft seien auch die Kenntnisse der deutschen Sprache hervorragend. Das mache es Firmen leichter, sich für ein Standbein im Osten zu entscheiden.

Ähnliches beobachtet man bei der Wirtschaftsförderung Berlin International; das mehrheitlich dem Berliner Senat gehörende Unternehmen berät vor allem Mittelständler, die den Schritt gen Osten wagen. "Die Firmen machen durchweg positive Erfahrungen. Sie stellen gern Arbeitskräfte aus den jeweiligen Ländern ein - vom Geschäftsführer bis zu Putzfrau", sagt Justine Siegmund-Born, Beraterin Mittel- und Osteuropa. Nicht zuletzt seien die Menschen flexibel, gut ausgebildet und sehr zuversichtlich: "Sie wollen anpacken".

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