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Studie: Cloud-Anbieter auf dem Prüfstand

Cloud Computing - der Nutzung von Programmen, Rechenkraft und Speicher über per Abruf - bietet Unternehmen die Möglichkeit, Kosten zu sparen und Ressourcen flexibel auf Abruf zu nutzen. Doch dabei sind passgenaue Lösungen gefragt und der Markt ist unübersichtlich. Eine Studie hat den Dschungel der Cloud-Angebote etwas gelichtet.

Ob "Private" oder "Public" - der Weg in die Cloud ist frei, aber unübersichtlich. Quelle: dpa
Ob "Private" oder "Public" - der Weg in die Cloud ist frei, aber unübersichtlich. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Dass die Zukunft der Unternehmens-IT vom Prinzip des Cloud Computing beherrscht wird, steht für Experten schon lange fest. Auch die Studie "Cloud Vendor Benchmark 2010" der IT-Beratungsfirma Experton kommt zu diesem Ergebnis: Cloud Computing sei kein Hype, sondern vielmehr ein weiterer Evolutionsschritt hin zur Industrialisierung der IT, schreiben die Berater. Denn für die Nutzer der Cloud bedeute sie unter anderem geringere Fixkosten und die Ausnutzung von Skaleneffekten bei flexiblerer Bereitstellung von IT-Ressourcen wie Rechenkraft, Speicher und virtuellen Servern.

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"Mangelnde Transparenz"

Dennoch zögern noch viele Unternehmen - auch weil das Angebot unübersichtlich und intransparent ist, beklagt Experton. "Es mangelt noch an Transparenz im Markt, was Investitionsentscheidungen verzögert", so Carlo Velten, Seniorberater bei dem Unternehmen. Die Frage ist für viele nicht, ob es Richtung Cloud geht - sondern mit welchem Partner.

Der unübersichtliche Markt macht die Entscheidung nicht einfacher. Inzwischen buhlen alle großen IT-Unternehmen darum, die Unternehmen in die Cloud zu begleiten. Insgesamt elf Cloud-Anbieter in Deutschland hat Experton für die Studie untersucht. Dazu ermittelten die Experten unter anderem die Anforderungsprofile in den Unternehmen, befragten Hersteller sowie Analysten und unterzog den Cloud-Lösungen verschiedenen Tests.

Kleine Anbieter bieten gute Mittelstand-Lösungen

Ein Ergebnis: Die Cloud-Computing-Anforderungen für den Mittelstand mit 100 bis weniger als 1000 PCs decken Microsoft, IBM, Telekom Deutschland und Mittelstandspezialist Pironet am besten ab. Besonders attraktiv seien dabei das kombinierte Angebot von Speicher- und Backup-Diensten, Software as a Service und Infrastructure as a Service - also das Bereitstellen von Anwendungen und virtuellen Servern über das Netz. Besonders wichtig für viele Mittelständler sei vor allem ein Angebot in deutscher Sprache mit Servern, die in Deutschland stehen, stellen die Berater fest.

Große Unternehmen hätten dagegen mehr Anforderungen an das Cloud Computing. Sie benötigten meist sowohl virtuelle Server (Infrastructure as a Service) als auch eine komplette Entwicklungsumgebung per Abruf (Platform as a Service). Hier spielen der Studie zufolge die namhaften IT-Service-Provider IBM und T-Systems ihre technologischen Kompetenzen aus, während die Cloud-Vorreiter Amazon, Google und Salesforce für die Anforderungen großer Unternehmen nicht immer die passenden Angebote hätten.

Die Public Cloud - die reinste Form der Cloud, bei der sämtliche Dienste nach Bedarf über das Internet eingekauft werden - bieten der Studie zufolge vor allem US-Unternehmen an. Einer der wenigen Ausnahmen ist die Bertelsmann-Tochter Nionex, die laut den Experten mit klar strukturierten Infrastructure-as-a-Service-Angeboten eine attraktive Alternative zu Amazon, Microsoft, Google und Salesforce bietet.

Bei der Bereitstellung von individuell zugeschnittenen Private-Cloud-Lösungen im Unternehmen liegen der Untersuchung zufolge IBM, T-Systems, Microsoft und HP vorne. Die Lösungen von Fujitsu, Pironet, Amazon und Telekom Deutschland lägen dagegen bei der Angebots-Attraktvität und der Wettbewerbsstärke nicht auf demselben Niveau.

Insgesamt sieht die Studie nur wenig echte Hürden für die Cloud: So bieten alle Cloud-Anbieter ihre Produkte nach EU-konformen Recht an. Nur bei IBM ist das nicht bei allen Produkten der Fall. Außer bei Microsoft und Salesforce sowie einigen Produktkategorien von Google und IBM ist als Gerichtsstandort außerdem Deutschland festgelegt, was Rechtssicherheit schafft. Auch die Verträge sind bei fast allen Anbietern für alle Produktkategorien auf Deutsch übersetzt.

Für den Durchbruch bei der Cloud sieht die Studie allerdings auch noch Hürden: So klaffe zwischen Marketing-Aussagen und der Erfüllung für die Cloud essentieller Merkmale in vielen Fällen noch eine Lücke. Defizite sieht die Studie vor allem bei den Themen einfache Sklarlierbarkeit - also dem Einkauf von Kapazitäten nach Bedarf - sowie transparenter Abbrechnungs- und Preismodelle. Außerdem würden bisher nur wenige Anbieter die gesamte Bandbreite der Anwendungsszenarien bereitstellen.

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