Studie der Bochumer Ruhr-Universität untersucht Motive für Fahrzeugwahl
Mit viel PS zum Erfolg

Wer die Wahl hat, hat die Qual, sagt der Volksmund. Nicht jedoch, wenn es um den Kauf eines Autos geht. Diese Entscheidung unterliegt anderen Kriterien. Sie hängt ab von der sozialen Stellung und dem eigenen Persönlichkeitsbild. Das fanden jetzt Psychologen der Bochumer Ruhr-Universität heraus.

ddp BOCHUM. Unter der Leitung des Psychologen Rüdiger Hossiep wurde ein Fragebogen entwickelt, der die überfachlichen Qualifikationen wie Führungs- und Leistungswillen misst. Den BIP (Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung) füllten im Rahmen des Forschungsprojektes bisher 14 000 Führungs- und Fachkräfte aus. 280 beteiligten sich nun an der Autostudie. Das Ergebnis bestätigt bekannte Klischees.

Wer demnach auf Leistung und Erfolg großen Wert legt, fährt häufiger als andere einen Wagen der Premium-Klasse wie Mercedes, Audi oder BMW. Psychische Belastbarkeit, Flexibilität und der Wille zum Erfolg zeichnen die Menschen hinter den Scheiben großer Luxuskarossen aus. Der Duft von teurem Sitzleder und edlem Wurzelholz bringt jedoch auch negative Eigenschaften an den Tag. Fahrer hochpreisiger Karossen bewegen sich im Straßenverkehr aggressiver als jene von Mittelklassewagen.

Dagegen werde "Fahrern der Premium-Klasse weniger Aggressivität entgegengebracht", sagt Hossiep. Lichthupen und dichtes Auffahren sehen eher die Kleinwagen-Fahrer im Rückspiegel. Wer einen Opel, VW, Fiat oder Renault fährt, gehört nach den Ergebnissen des Bochumer Forscher-Teams eher zu den rücksichtsvolleren und harmoniebedürftigeren Mitmenschen. Dagegen lassen sich Besitzer eines Toyota, Citroen oder Ford nur schwer einordnen. Typische Frauenautos sind kleine Geländewagen japanischer Hersteller. Die geistige Elite mit dem durchschnittlich höchsten Bildungsabschluss aller Autokäufer sitzt gerne hinterm Steuer eines Saab.

"Mit der Wahl der Automarke projiziert der Fahrer ein Bild von sich - so, wie er sich selbst sieht beziehungsweise gesehen werden willô, erläutert Hossiep. Nach Ansicht des Psychologen wird jede Kaufentscheidung im Bauch getroffen und erst später sachlich begründet. "Niemand kauft sich das neue Modell einer Premium-Klasse wegen seiner Funktionalität. Fahreigenschaften und viele andere Momente sind oftmals identisch, die Häufigkeit von technischen Defekten bei anspruchsvollen neuen Modellen um so höher. Ausschlaggebend ist das Image und die Ausstrahlung."

Bisher gibt es noch keine Kontakte zur Automobilindustrie, die sich die Daten für ihre Verkaufsstrategie zu eigen machen könnte. Die Bochumer hoffen auf viele weitere Teilnehmer an ihrer Studie, um detailliertere Ergebnisse vorlegen zu können. 25 Euro beträgt die Kostenbeteiligung zur Teilnahme an der Forschungsversion des BIP, dem nach Aussage der Bochumer Wissenschaftler führenden Testverfahren zur Einschätzung überfachlicher Eigenschaften im Beruf.

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