Studie der DG Bank
Das Sterben der Stadtwerke fällt aus

Trotz Preisverfall und Umsatzrückgang werden sich Stadtwerke im liberalisierten Strommarkt behaupten können. Nach einer Studie der DG Bank werden allerdings sinkende Durchleitungsgebühren die Unternehmen mit kommunaler Beteiligung zu umfangreicheren Umstrukturierungen und mehr Kooperationen zwingen.

jr DÜSSELDORF. Bislang gingen Experten davon aus, dass viele von den 580 Stadtwerken mit Stromverteilung den Wettbewerb nicht überleben werden. Nach Angaben von Gerhard Widder, Präsident des Verbandes Kommunaler Unternehmen, "ist noch kein einziges Stadtwerk bankrott gegangen".

Lediglich 2 bis 3 % der privaten Haushalte haben bislang den Stromlieferanten gewechselt. Zudem ging der damit verbundene Umsatz nur zum Teil verloren, da die Stadtwerke Netzdurchleitungsgebühren erheben. Derzeit verlangen die fünf größten Stadtwerke in Deutschland dafür bei einem Verbrauch von 4 000 Kilowattstunden zwischen 464 DM (Stadtwerke Köln) und 542,5 DM (Nekarwerke Stuttgart). Die DG Bank rechnet allerdings damit, dass mittelfristig diese Gebühren deutlich sinken - ähnlich wie in Großbritannien und Schweden.

Auf dem Gasmarkt, auf dem private Haushalte ab 2002 ihren Anbieter wechseln können, rechnet die DG Bank mit weniger Wechselwilligen. Denn der Gaspreis ist an den Rohölpreis gekoppelt und wird vermutlich nicht so drastisch sinken, wie es bei Strom der Fall war. Auch, weil es keine Überkapazitäten gibt. Dafür verspricht Gas gegenüber Strom ein höheres Wachstumspotenzial, weil in den nächsten fünf bis acht Jahren ungefähr zwei Millionen Heizungen ersetzt werden müssen und Gasheizungen im Trend liegen.

Die DG Bank erwartet, dass die Kommunen künftig verstärkt Anteile der Stadtwerke verkaufen, um ihre Haushalte zu sanieren. Dabei können sowohl die Stadtwerke als auch die neue Anteilseigner davon profitieren, meint die Bank. Um ihre Markstellung zu verbessern, sollten Stadtwerke untereinander kooperieren, unter anderem beim Einkauf oder beim Vertrieb.

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