Studie der GZ-Bank über Zusammenhang zwischen den beiden Börsen
Nasdaq-Einfluss auf Neuen Markt wird überschätzt

Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq hat einen weit geringeren Einfluss auf ihren "deutschen Bruder", den Neuen Markt, als weit verbreitet angenommen. Das hat die GZ-Bank in einer Studie festgestellt.

DÜSSELDORF. Das Institut empfiehlt daher Investoren, die sich am hiesigen Wachstumssegment engagieren wollen, stärker auf die marktspezifischen Faktoren wie zum Beispiel Gewinnentwicklungen der einzelnen Unternehmen oder Zinsniveau zu achten.

Die Bank hat auch Zusammenhänge zwischen den beiden Märkten auf Branchenebene untersucht. Den größten Einfluss gibt es im Biotechnologiesektor, während dieser in den Bereichen Software oder Telekommunikation nur moderat ausfällt. Auch im global verflochtenen Internet-Sektor war kein Einfluss amerikanischer Aktien auf ihre Pendants am Neuen Markt messbar. "Allerdings kann das an der unterschiedlichen Index-Zusammenstellung liegen", schränkt GZ-Analyst Stefan Schießer ein. T-Online ist in diesem Branchenindex das einzige Schwergewicht mit weitem Abstand vor anderen Unternehmen, während es in den USA mehrere große börsennotierte Internet-Gesellschaft gibt.

Für die Studie hat die Bank die Renditen der beiden Börsen seit Anfang 1998 auf Wochenbasis verglichen, um die unterschiedlichen Handelszeiten auszuschließen. In diesen drei Jahren habe die Nasdaq den Neuen Markt nur etwa 5 Monate lang zu mehr als 50 Prozent beeinflusst. Laut GZ-Bank gab es auch Phasen, in denen die US-Börse nur einen Einfluss zwischen 4 und 9 Prozent hatte. Beispielsweise entwickelten sich zur Jahresmitte 1999 die beiden Märkte völlig unterschiedlich.

In ihrer monatlichen Branchenanalyse hat das Institut die SAP-Beratungsunternehmen unter die Lupe genommen. "Langfristig werden sich nur diejenigen Unternehmen durchsetzen, die bestimmte Erfolgsfaktoren auf sich vereinigen", schreibt die GZ-Bank. Dies seien kritische Größe, internationale Ausrichtung und hohe Serviceorientierung. Die Analysten sehen deswegen viele SAP-Beratungsgesellschaften als gut positioniert an, weil diese zudem von der aktuell deutlich gestiegenen Akzeptanz für SAP-Produkte profitieren. Favorisiert werden SAP SI und Novasoft.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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