Studie der KPMG-Wirtschaftsprüfer
Unternehmensteuern sinken weltweit

Frohe Botschaft für Konzerne: Das Steuerklima ist nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG weltweit freundlicher geworden, der Trend zur Senkung der Körperschaftsteuersätze hält an.

asr DÜSSELDORF. Keine der großen Industrienationen (OECD-Staaten) habe in den letzten beiden Jahren die Körperschaftsteuer erhöht, zwölf Staaten hätten sie sogar gesenkt. Damit sei der durchschnittliche Körperschaftsteuersatz in der EU von 33,7 % im Vorjahr auf 32,5 % gesunken; der durchschnittliche OECD-Satz sank von 33 auf 31,4 %. Nur drei der weltweit untersuchten 68 Länder hätten 2002 die Körperschaftsteuer erhöht: Chile, Pakistan und Sri Lanka.

"Trotz der Steuerreform liegt Deutschland mit einer Ertragsteuerbelastung von 38,4 % immer noch klar über dem Durchschnitt von EU und OECD", sagte KPMG-Vorstand Bernd Erle. Noch geringer als in den Industrieländern seien die Steuern im asiatisch-pazifischen Raum mit 31,1 und in Lateinamerika mit 30,2 %. "Deutschland kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen", betonte Erle. Während Deutschland 2001 die Steuern am stärksten gesenkt hatte, hätten 2002 einige andere EU-Staaten nachgezogen, nämlich Portugal, Griechenland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und insbesondere Irland. Die Iren reduzierten ihren ohnehin schon niedrigen Steuersatz um weitere vier Prozentpunkte auf 16 %; in Luxemburg gingen die Steuersätze um sieben Punkte auf 30,4 % zurück.

Der KPMG Corporate Tax Survey zielt anders als jüngste Studien der EU-Kommission und von Baker & McKenzie, die die Auswirkungen der Steuersysteme auf das Investitionsverhalten analysiert hatten, allein auf die nominellen Steuersätze für Kapitalgesellschaften ab. Unterschiede in der Bemessungsgrundlage sowie spezielle Steuervergünstigungen bleiben unberücksichtigt.

Das Bundesfinanzministerium widersprach der These, Deutschland sei ein Hochsteuerland. Deutschlands Position im internationalen Vergleich habe sich klar verbessert, heißt es in einem Positionspapier. Zudem sei die Aussagekraft solcher Studien begrenzt, da in Deutschland mit 84 % sehr viele Unternehmen als Personengesellschaften geführt würden. Deren Belastung sei aber geringer als bei Kapitalgesellschaften.

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