Studie der Universität Chicago
Schlaflos dick

Wer sich in der Nacht zu wenig Ruhe gönnt, dem setzt der Schlafmangel an den Hüften kräftig zu. Damit ist eine alte Binsenweisheit bewiesen: Schlaf macht schön.

Sebastian Bremers Arbeitstag hat 24 Stunden. Schließt die Börse in Tokio, wacht sie in Frankfurt auf. Bis alle Trends aus Amerika vorliegen, legt Tokio schon wieder los. "Per Computer rund um die Uhr auf dem neuesten Stand zu sein ist ein Muss für mich", sagt der Fondsmanager einer deutschen Bank. Um im globalen Spiel mitzuhalten, fährt der 42-Jährige einen radikalen Sparkurs - auf Kosten seines Schlafbudgets.

Statt der üblichen sieben bis acht Stunden schläft er nur sechs. Sind die Kinder im Bett, wird der Computer eingeschaltet, oft bis weit nach Mitternacht. Fit fühlt sich der Banker trotzdem. Oft puscht ihn ein starker Kaffee. Doch was ihn wundert: Er legt in letzter Zeit an Gewicht zu, obwohl er nicht mehr isst als früher.

Es ist den wenigsten Arbeitswütigen bewusst, dass es einen Zusammenhang zwischen den Speckrollen am Bauch und der verkürzten Nachtruhe gibt. Dabei reicht schon eine Woche mit Schlafdefizit, um Hormonhaushalt und Stoffwechsel durcheinander zu wirbeln. Und das kann dick machen.

Forscher an der Universität Chicago fanden in einer Studie heraus, dass Kurzschläfer deutlich weniger insulinempfindlich sind als ausgeschlafene Zeitgenossen. Insulin ist das Schlüsselhormon bei der Blutzuckerregulierung. Es senkt den Glukosepegel, der bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Traubenzucker entsteht. Lässt die Insulinempfindlichkeit des Körpers nach, schnellt der Blutzuckerspiegel nach oben. Die Folge: Der Überschuss an Zucker wird in Fett umgewandelt und in den Fettzellen gebunkert. Der Schwabbelbauch ist programmiert. Schlimmer noch: Das Risiko, längerfristig an Diabetes und Bluthochdruck zu erkranken, wächst.

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