Studie
Der Weg zum Millionär wird härter

Der Wertzuwachs großer Vermögen hat sich im vergangenen Jahr weltweit verlangsamt. Das ergab eine Studie der US-Investmentbank Merrill Lynch und der Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young. Danach stieg die Zahl der Anleger mit einem Vermögen von mehr als 1 Mill. $ (ohne eigene Immobilie) in 2002 nur um 2,1 % auf 7,3 Mill. Personen. Das ist die niedrigste Wachstumsrate seit Beginn der Erhebung vor sieben Jahren. Dahinter steckte die negative Entwicklung der Aktienbörsen im vergangenen Jahr und die schwache Weltwirtschaft.

tmo NEW YORK. In Europa verbuchten die Reichen (so genannte High Net Worth Individuals) trotz der Börsenkrise einen Vermögenszuwachs von 4,8 %. Dagegen schrumpfte das Vermögen dieser Gruppe in Nordamerika um 2,1 %. "Der Grund liegt in der stärkeren Aktienlastigkeit der US-Investoren, während die Europäer früher und stärker auf eine Diversifizierung ihres Vermögens gesetzt haben", sagte Franz Witt-Dörring von Merrill Lynch Global Private Clients. Zu der gegenläufigen Entwicklung in Nordamerika und Europa trug auch die stärkere Sparneigung der vermögenden Anleger auf dem alten Kontinent bei.

In Deutschland stieg die Zahl der High Net Worth Individuals in 2002 leicht auf 755 000 - ein Plus von 25 000. Vermögende Investoren richteten ihre Anlagestrategie im vergangenen Jahr wesentlich konservativer aus. "Nicht der Wertzuwachs, sondern der Werterhalt steht im Vordergrund", sagte Fabian Frohn, von Cap Gemini. Statt auf Aktien setzten die Reichen verstärkt auf Zinspapiere und Barreserven bzw. Spareinlagen. Damit verstärkte sich ein Trend, der bereits seit Beginn der Börsenflaute im Jahr 2000 anhält.

Bislang schrumpfte der Aktienanteil in den Depots der Reichen in erster Linie durch den fallenden Kurswert ihrer Aktien. Im vergangenen Jahr verkauften jedoch einige Investoren erstmals auch aktiv Aktien aus ihren Portefeuilles, sagte Frohn.

Laut Merrill-Experte Witt-Döring ist der Aktienanteil in Deutschland insbesondere bei sehr großen Vermögen traditionell recht niedrig. Davon profitierten die deutschen Millionäre im Jahr 2002.

Trotz des geringen Zuwachses im vergangenen Jahr erwarten die Autoren der Studie künftig wieder ein stärkeres Wachstum der großen Vermögen. Sie prognostizieren einen durchschnittlichen Zuwachs von 7 % jährlich über die nächsten fünf Jahre.

Quelle: Handelsblatt

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